Markenlexikon

Branche: Uhren

Jaeger LeCoultre

Schweiz

Charles-Antoine LeCoultre (1803 – 1881), der Sohn einer Hugenottenfamilie, die seit Mitte des 16. Jahrhunderts im »Uhrmachertal« Vallée de Joux (Schweiz) lebte, lernte von seinem Vater das Handwerk des Messerschmieds; sein Onkel François Louis LeCoultre, der in Genf lebte, bildete ihn als Uhrmacher aus. In der Werkstatt seines Vaters wurden nicht nur Messer gefertigt, sondern auch Stahl für die Uhrenmanufakturen, sodass Charles-Antoine schon früh mit der Uhrenherstellung in Berührung kam. 1833 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder François Ulysse (1813 – 1895) eine Zahnradfabrik in Le Sentier, im »Uhrmachertal« Valee de Joux. Die Firma produzierte bald auch Präzisionsinstrumente, Präzisionsteile für Uhrwerke, Uhrwerke und komplette Uhren. Um die Jahrhundertwende war LeCoultre die führende Uhrenmanufaktur im Vallée de Joux. 1903 begann die Zusammenarbeit zwischen Jacques-David LeCoultre (1875 – 1948), einem Enkel des Firmengründers, und dem Pariser Uhrmacher Edmond Jaeger (1850 – 1922), die 1937 zum vollständigen Zusammenschluss beider Unternehmen führte. Ab 1907 belieferte Jaeger-LeCoultre die französische Firma Cartier mit Uhrwerken. 1931 kam die berühmteste Uhr von Jaeger LeCoultre, die Reverso, auf den Markt. Das Besondere an dieser Sportuhr war ihr Wendegehäuse, die es dem Träger ermöglichte, die Uhr am Handgelenk einfach herumzudrehen, sodass sie gegen Schläge oder Stöße geschützt war. Diese Modell gibt es in verschiedenen Varianten bis heute. Ein Großteil des Umsatzes der Firma stammt noch immer aus dem Verkauf der Reverso.

1978 beteiligte sich die Mannesmann AG mehrheitlich an Jaeger LeCoultre; den Rest erwarb 1989 Audemars Piguet, ein weiterer Schweizer Uhrenhersteller. 1991 übernahm Mannesmann die VDO Adolf Schindling AG, zu der auch die Uhrenhersteller A. Lange & Söhne und IWC gehörten. Kurz darauf fasste Mannesmann die Uhrenmarken Jaeger LeCoultre, A. Lange & Söhne und IWC in der neuen Firma Les Manufactures Horlogères (LMH) zusammen. Nachdem Mannesmann 2000 durch den britischen Telekommunikationskonzern Vodafone übernommen worden war, wurde die LMH an die Schweizer Finanzholding Richemont (Baume & Mercier, Cartier, Chloé, Dunhill, Montblanc, Vacheron Constantin, Van Cleef & Arpels) verkauft. Gleichzeig erwarb Richemont den 40-Prozent-Anteil, den Audemars Piguet an Jaeger LeCoultre noch hielt.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49