Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Intercord

Ursprungsland: Deutschland

Acht Jahre nachdem der Bertelsmann Verlag mit Ariola eine Plattenfirma ins Leben gerufen hatte, etablierte auch der Verlag Georg von Holtzbrinck aus Stuttgart 1966 ein eigenes Plattenlabel. Die Intercord Tongesellschaft spezialisierte sich anfangs vor allem auf Klassik und Liedermacher wie Reinhard Mey.

In den 1970er und 1980er Jahren übernahm der Intercord Record Service (IRS) für zahlreiche in- und ausländische Plattenlabels den deutschen Vertrieb: Sonet aus Stockholm (Secret Service), Freedom Records aus London, Aves Records aus Hamburg (Roger Whittaker), Beggar's Banquet aus London (Gary Numan/Tubeway Army) und Mute Records aus London (D.A.F., Depeche Mode, Erasure, Nick Cave, Yazoo). Besonders der Vertriebsvertrag mit Mute spülte viel Geld in die Kassen der Stuttgarter Firma. Auf dem Sublabel Spiegelei wurden Krautrock-Bands wie Anyone’s Daughter, Hoelderlin oder Kraan veröffentlicht.

In den 1980er und 1990er Jahren hatte Intercord Musiker und Bands wie E-Rotic (1994 »Max Don't Have Sex With Your Ex«, 1995 »Fred Come To Bed«), Frank Zander (1990 »Hier kommt Kurt«), Herbert Grönemeyer (1982 »Currywurst«), Hubert Kah (1984 »Engel 07«, 1984 »Wenn der Mond die Sonne berührt«), Pur (1987 »Hab' mich wieder mal an dir betrunken«, 1988 »Funkelperlenaugen«, 1991 »Lena«, 1995 »Ich lieb' dich, egal wie das klingt«) und Silent Circle (1985 »Touch In The Night«; 1986 »Stop The Rain In The Night«, »Love Is Just A Word«) unter Vertrag, deren Platten teilweise auf dem Sublabel Blow Up veröffentlicht wurden. In den 1980er Jahren presste Intercord viele ihrer Singles und Maxi-Singles in transparentem ein- oder mehrfarbigen Vinyl, was diese Platten aus dieser Zeit heute zu gesuchten Sammlerstücken macht.

1994 verkaufte die Verlagsgruppe Holtzbrinck, die gerade Geld für die Expansion in andere Medienbereiche benötigte, ihre Musiksparte an den britischen Musikkonzern EMI (Capitol, Chrysalis, Electrola, EMI, Harvest, HMV, Parlophone, Regal-Zonophone, Virgin), der die Verwaltung in ihre deutsche Niederlassung nach Köln verlegte und den Firmensitz in Stuttgart im Jahr 2000 schloss.

Text: Toralf Czartowski