Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

IFA

Ursprungsland: Deutschland

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die enteigneten Betriebe in der sowjetischen Besatzungszone im Osten Deutschlands in zahlreichen Industrieverwaltungen zusammengefasst. Eine davon war die 1946 in Chemnitz gegründete Industrieverwaltung Fahrzeugbau (IFA), zu der mehrere Fahrzeugwerke in Chemnitz (Auto-Union, Wanderer), Hainichen (Framo), Zittau (Phänomen), Zschopau (DKW) und Zwickau (Audi, Horch) gehörten.

Das Kürzel IFA wurde ab 1947 als Markenzeichen für Automobile (IFA F8, IFA F9), Landmaschinen (IFA RS01 Pionier) und Motorräder (IFA RT 125) verwendet. In den 1950er Jahren etablierten die einzelnen Betriebe neue Firmen- und Markennamen (Barkas, Fortschritt, Garant, MZ, Robur, Sachsenring, Trabant, Wartburg). Lediglich die Nutzfahrzeuge (Lkw, Busse), die in Werdau (1952 – 1959 IFA H6, 1952 – 1964 IFA G5, 1958 – 1967 IFA S-4000) und Ludwigsfelde (1965 – 1990 IFA W50, 1987 – 1990 IFA L60) gefertigt wurden, trugen noch das IFA-Logo auf dem Kühler. Das Fahrzeugwerk Werdau verwendete zeitweise ein eigenes Firmenlogo, ebenso wie die Sachsenring-Werke Zwickau, wo der S4000 entwickelt worden war und kurzzeitig auch gebaut wurde. Auch die ZT-300-Traktoren (1967 – 1984) aus dem Traktorenwerk Schönebeck trugen anfangs das IFA-Logo am Kühler.

1978 entstanden mehrere Fahrzeugbau-Kombinate, die ebenfalls die Abkürzung IFA (nun Industrieverband Fahrzeugbau) verwendeten (IFA-Kombinat Nutzfahrzeuge, IFA-Kombinat Pkw, IFA-Kombinat Zweiradfahrzeuge, IFA-Kombinat Spezialaufbauten und Anhänger, IFA-Kombinat Kfz-Teile).

Der Viertonner IFA W50, den es mit zahlreichen unterschiedlichen Aufbauten gab, wurde in vierzig Staaten exportiert, wo er teilweise jahrzehntelang im Einsatz war und lange Zeit zum alltäglichen Straßenbild gehörte. 1990 endete die Produktion des IFA W50 und des Nachfolgemodells IFA L60 in Ludwigsfelde, was gleichzeitig auch das Aus für die Marke IFA bedeutete. Das Werk wurde 1994 vom Daimler-Benz-Konzern übernommen, der bereits von 1936 bis 1945 am Rande von Ludwigsfelde ein Flugmotorenwerk betrieben hatte, das aber nach Kriegsende demontiert und gesprengt worden war. Das Presswerk übernahm Thyssen. Heute werden im Mercedes-Benz-Werk Ludwigsfelde Transporter gebaut.

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Pixabay.com, Public Domain

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