Markenlexikon

Branchen: Chemie | Pharma

ICI

Großbritannien

Nachdem sich 1925 die führenden deutschen Chemiekonzerne (Agfa, BASF, Bayer, Griesheim Elektron, Lucius & Brüning Frankfurt-Höchst, Weiler ter Meer) zur IG Farbenindustrie AG zusammengeschlossen hatten – damals der größte Chemiekonzern der Welt – musste auch die britische Chemieindustrie reagieren. Nur ein Jahr später, im Dezember 1926, kam es zur Gründung des Konzerns Imperial Chemical Industries (ICI), der die wesentlichen britischen Chemieunternehmen umfasste: British Dyestuffs Corporation, Brunner Mond & Company, Nobel Industries und United Alkali Company. Die Initiatoren waren Sir Harry McGowan, der Chef von Nobel Industries, und Sir Alfred Mond, der Chef von Brunner, Mond & Company.

1929 schloss ICI mit Du Pont de Nemours ein Abkommen zur gemeinsamen Nutzung von Forschungsergebnissen. 1932 brachten Du Pont und ICI eine neuartige Alkydharzglanzfarbe unter dem Namen Dulux auf den Markt, die zunächst nur an professionelle Malerfirmen in Großbritannien, Australien, Neuseeland und Südafrika verkauft wurde.

1933 entwickelten Forscher des britischen Chemiekonzerns Imperial Chemical Industries (ICI) das Polyäthylen, einen durchsichtigen, unzerbrechlichen und chemisch unangreifbaren Kunststoff, der aus Polymerisation von Erdöl oder Erdgas gewonnen wird. Polyäthylen eignet sich besonders gut für die Herstellung von Verpackungsfolien, Isolierungen, Rohren, Dichtungen, Verteilerdosen, Auskleidungen, Eimern, Schüsseln, Kanistern, Plastikflaschen, Dosen oder ähnlichen Haushaltsartikeln.

In den 1940er Jahren begann ICI mit der Herstellung von pharmazeutischen Produkten (u.a. Paludrine, Halothane, Inderal, Tamoxifen, Peek), was 1957 zur Gründung der Tochtergesellschaft ICI Pharmaceuticals führte. 1998 erwarb ICI von der Williams Holdings deren europäisches Farben-, Lasuren- und Füllergeschäft (Hammerite, Molto, Sikkens, Xyladecor).

ICI war lange einer der führenden britischen Konzerne. In den 1990er Jahren löste sich das Unternehmen jedoch durch Verkäufe von zahlreichen Geschäftsfeldern und Tochtergesellschaften praktisch fast selbst auf. 1992 erwarb ICI von Du Pont das gesamte Consumer-Farbengeschäft, im Gegenzug erhielt Du Pont das Polyestergeschäft von ICI. Das Pharma- und Agrochemiegeschäft wurde 1993 als selbstständiges Unternehmen (Zeneca; seit 1999 AstraZeneca) aus dem Konzern ausgegliedert.

2007 wurde der die ICI plc. schließlich vom niederländischen Chemie- und Farbenkonzern AkzoNobel übernommen. Die ICI-Sparten Adhesives (Klebstoffe) und Electronic Materials wurden von AkzoNobel an Henkel weiterverkauft, die Pharmasparte Organon BioSciences übernahm der US-Pharmakonzern Schering-Plough.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 08.04.2020 | 08:52