Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

ICI

Ursprungsland: Großbritannien

Nachdem sich 1925 die führenden deutschen Chemiekonzerne (Agfa, BASF, Bayer, Griesheim Elektron, Lucius & Brüning Frankfurt-Höchst, Weiler ter Meer) zur IG Farbenindustrie zusammengeschlossen hatten – damals der größte Chemiekonzern der Welt –, musste auch die britische Chemieindustrie reagieren. Nur ein Jahr später kam es zur Gründung des Konzerns Imperial Chemical Industries (ICI), der die wesentlichen britischen Chemieunternehmen umfasste: British Dyestuffs, Brunner Mond, Nobel Industries und United Alkali. Die Initiatoren waren Sir Harry McGowan, der Chef von Nobel Industries, und Sir Alfred Mond, der Chef von Brunner Mond.

ICI war lange Zeit einer der größten britischen Konzerne mit Werken in Argentinien (Buenos Aires, Palmira), Australien (Botany Bay, Dry Creek, Osborne), Bangladesch und Großbritannien (Ardeer, Billingham, Birmingham, Blackley, Doncaster, Gloucester, Huddersfield, Penrhyndeudraeth, Pontypool, Prudhoe, Runcorn, Slough, Stowmarket, Wallerscote, Welwyn Garden City, Wilton, Winnington, Yalding). Das Unternehmen stellte Arzneimittel (Halothane, Inderal, Paludrine, Peek, Tamoxifen), Grundchemikalien, Düngemittel, Farben (Dulux), Farbstoffe, Insektizide, Klebstoffe, Kunstfasern, Kunststoffe, Pestizide, Sprengstoffe und Nichteisenmetalle her. 1933 entwickelten ICI-Forscher das Polyäthylen, einen durchsichtigen, unzerbrechlichen und chemisch unangreifbaren Kunststoff, der aus Polymerisation von Erdöl oder Erdgas gewonnen wird.

In den 1990er Jahren konzentrierte sich ICI vor allem auf das Geschäft mit Farben und Spezialchemikalien. In diesem Bereich wurden mehrere Konkurrenten übernommen (Acheson, Crosfield, Devoe Paints, Fuller-O'Brien Paints, Glidden, Grow, Hammerite, Quest, Molto, National Starch and Chemical, Rutz & Huber, Sikkens, Xyladecor). Von zahlreichen anderen Sparten trennte sich der Konzern dagegen (Agrochemie, Grundchemikalien, Kali, Polyester, Pharma).

2007/2008 wurde ICI vom niederländischen Chemie- und Farbenkonzern AkzoNobel übernommen. Die ICI-Sparten Adhesives (Klebstoffe) und Electronic Materials wurden von AkzoNobel an Henkel weiterverkauft, die Pharmasparte Organon BioSciences übernahm der US-Pharmakonzern Schering-Plough.

Das ehemalige Pharmageschäft von ICI firmiert seit 1999 als AstraZeneca. Aus den Agrochemiebereichen von AstraZeneca (Zeneca hatte diesen Bereich 1993 von ICI übernommen) und Novartis entstand ebenfalls 1999 der Agrarkonzern Syngenta.

Text: Toralf Czartowski