Markenlexikon
Der Kaufmann Erling Persson (1917 – 2002) eröffnete 1947 in Västerås sein erstes Damenbekleidungsgeschäft unter dem Namen Hennes (schwed. für sie, Ihrs). 1964 wurde in Norwegen der erste Laden außerhalb Schwedens eröffnet. 1968 erwarb Persson die Geschäfte des Stockholmer Jagd- und Herrenausstatters Mauritz Widforss, woraufhin das Unternehmen in Hennes & Mauritz umgetauft wurde. Das Geschäft mit den Jagdausstattungen wurde nicht weitergeführt, dafür nahm man nun auch Herren- und Kinderbekleidung in das Sortiment auf. 1976 eröffnete Hennes & Mauritz in London das erste Geschäft außerhalb Skandinaviens, 1980 folgte die erste Niederlassung in Deutschland (Hamburg).
Aufgrund der niedrigen Preise und der nicht selten dürftigen Qualität wird H&M gelegentlich auch »IKEA of clothing« genannt. Das hat den Gründer jedoch nicht davon abgehalten, seine Krawatten, Hemden und Sakkos stets in den eigenen Läden zu kaufen. Seit 2007 versucht H&M mit den COS-Läden (Collection of Style) im Bereich der hochpreisigen Damen- und Herrenkonfektion Fuß zu fassen. Darüber hinaus entwarfen berühmte Modedesigner wie Alexander Wang, Elio Fiorucci, Jimmy Choo, Karl Lagerfeld, Matthew Williamson, Rei Kawakubo, Roberto Cavalli, Sonia Rykiel, Stella McCartney oder Viktor & Rolf spezielle Kollektionen für H&M, die dann auch schon mal etwas teurer waren als die H&M-Durchschnittsklamotten. Kooperationen gab es auch mit Modehäusern wie Balmain, Kenzo, Lanvin, Moschino und Versace.
Das in Stockholm ansässige Unternehmen, das zwar seit 1974 an der Stockholmer Börse notiert ist, aber noch immer mehrheitlich der Persson-Familie gehört, betreibt über viertausend Geschäfte auf allen Kontinenten (Stand 2025), zum Teil unter Submarken wie Afound, Arket, Cheap Monday, COS, H&M Home, Monki, Sellpy, Singular Society, Weekday, /Nyden und & Other Stories. Die überwiegende Zahl der Läden gehört dem Unternehmen selbst, lediglich im Nahen Osten und in Afrika werden sie auf Franchise-Basis betrieben. H&M lässt sein gesamtes Sortiment größtenteils bei hunderten Auftragsfertigern mit tausenden Fabriken in Afrika (Äthiopien), Asien (Bangladesch, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Myanmar, Pakistan, Vietnam) und Europa (Türkei) fertigen.
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Public Domain

