Markenlexikon

Hasbro

Ursprungsland: USA

Die Brüder Henry und Helal Hassenfeld gründeten 1923 in Providence/Rhode Island die Firma Hassenfeld Brothers (Hasbro), um Federtaschen, Mal-Sets und Waxstifte herzustellen. Der landesweite Durchbruch gelang dem Unternehmen 1952 mit Plastikkörperteilen (Arme, Beine, Ohren, Nasen, Augen), die an Kartoffeln, Zwiebeln, Kohlrabis oder andere Gemüsesorten angesteckt werden konnten (Mr. Potato Head) – 1960 wurde die echte Kartoffel durch eine Plastikkartoffel ersetzt. Mit der 1965 eingeführten G.I. Joe-Figur erschloss Hasbro der ganzen Spielzeugindustrie ein neues Betätigungsfeld: Actionfiguren. Heute gibt es kaum einen Hersteller, der nicht irgendwelche dieser Plastikfiguren – meist im Schlepptau von erfolgreichen Action-Filmen – im Programm hat.

In den 1970er und 1980er Jahren brachte Hasbro neue Produkte wie Charlie's Angels-Dolls (nach der gleichnamigen TV-Serie) oder My Little Pony auf den Markt, wuchs aber vor allem durch Übernahmen anderer Spielzeughersteller. Übernommen wurden 1983 die Knickerbocker Toy Company (Raggedy Ann, Raggedy Andy), 1984 Milton Bradley (MB, Playskool), 1986 die englische Sindy-Puppe, 1989 Coleco (Cabbage Patch Kids, Coleco Telstar, ColecoVision, Coleco Gemini, Coleco Adam, Scrabble), 1991 die Tonka Corporation (Kenner, Monopoly, Parker, Play-Doh), 1992 Nomura Toy (Japan), 1995 die Larami Corporation (Super Soaker), 1997 MicroProse (Computerspiele) sowie 1998 Atari (Computerspiele) und Tiger Electronics (elektrisches Spielzeug). Weltweit über 40 Millionen mal verkaufte sich das von Tiger Electronics entwickelte intelligente elektronische Plüschtier Furby, das singen, tanzen, sprechen (ca. 800 Worte), mit den Augen und Ohren wackeln, den Mund bewegen oder über eine Infrarotschnittstelle mit anderen Furbys kommunizieren kann.

1998 verkaufte Hasbro die Rechte an der Sindy-Puppe (eine ähnliche Puppe wie Barbie), die seit 1962 von der Pedigree Doll Company hergestellt worden war, an Vivid Imaginations. Das Softwaregeschäft (Hasbro Interactive inkl. Atari) übernahm 2000 die französische Firma Infogrames Entertainment.

Text: Toralf Czartowski