Markenlexikon
Ebenso wie Decca (Deram) bereits 1966 und Philips/Phonogram (Vertigo) 1969 etablierte der EMI-Konzern (Capitol, Columbia, Electrola, HMV, Odeon, Parlophone, Regal-Zonophone) im gleichen Jahr mit Harvest ein Progressive-Rock-Label. Ein weiterer Mitbewerber in diesem Sektor war die unabhängige Plattenfirma Island Records.
Zu den Künstlern, deren Platten auf Harvest veröffentlicht wurden, gehörten Barclay James Harvest, Can, Deep Purple, Duran Duran, ELO (Electric Light Orchestra), Iron Maiden, Kate Bush, Kevin Ayers, Little River Band, Pink Floyd, Roger Waters, Roy Wood, die Scorpions, Soft Machine, Syd Barrett, The Move, The Pretty Things, Thomas Dolby, Triumvirat und Wizzard.
Ab Mitte der 1980er Jahre wurden die Veröffentlichungen seltener, viele der früheren Harvest-Musiker standen inzwischen entweder direkt bei den EMI-Hauptlabels EMI Records und Parlophone oder bei anderen Labels unter Vertrag. Zeitweise verwendete EMI das Label Harvest neben Capitol auch nur noch auf dem nordamerikanischen Markt.
Nach dem Verkauf der EMI Group (Capitol, Chrysalis, EMI, Harvest, Parlophone, Regal-Zonophone, Virgin) an die Universal Music Group (A&M, Decca, Geffen, Island, MCA, Mercury, Motown, Polydor, Vertigo, Verve) 2012 wurde das Label Harvest zunächst der Parlophone Label Group zugeordnet.
2013 musste Universal Music die Labels Parlophone, Chrysalis und Regal-Zonophone jedoch aus kartellrechtlichen Gründen an die Warner Music Group (Asylum, Atlantic, Elektra, Reprise, Warner Bros. Records, WEA) abgeben, sodass Harvest nun zur Capitol Music Group gehört.
Text: Toralf Czartowski