Markenlexikon
Die Drucker James Harper (1795 – 1869) und John Harper (1797 – 1875) gründeten 1817 einen Buchverlag in New York, der ab 1825, als zwei weitere Brüder in die Firma eintraten, als Harper & Brothers firmierte. Neben Büchern brachte der Verlag auch Zeitschriften heraus, die sich vor allem mit Literatur und Politik beschäftigten (1850 Harper's Magazine, 1857 Harper's Weekly). Eine Ausnahme war 1867 die Frauen- und Modezeitschrift Harper's Bazar, die sich bei ihrem Namen von dem deutschen Modemagazin Der Bazar, das von 1854 bis 1937 in Berlin erschien, inspirieren ließ. Neben den typischen Frauenthemen veröffentlichte Harper's Bazar auch Kurzgeschichten und Fortsetzungsromane von namhaften Autoren wie Edith Wharton, Henry James und Virginia Woolf.
1913 verkaufte Harper & Brothers das Magazin an den Verleger William Randolph Hearst (1863 – 1951), der bis dahin vor allem Boulevardzeitungen wie San Francisco Examiner oder New York Journal verlegt hatte. Zu dieser Zeit wurde der Name in Harper's Bazaar geändert. Die erste Auslandsausgabe erschien 1929 in London.


Ihre große Zeit hatte die Zeitschrift von 1934 bis 1958 unter der Chefredakteurin Carmel Snow (1887 – 1961), die zuvor Moderedakteurin bei der Vogue gewesen war. Sie versammelte ein sehr kreatives Team um sich: die Moderedakteurin Diana Vreeland, den Art-Director Alexey Brodovitch, die Fotografen Martin Munkácsi, Cecil Beaton, Louise Dahl-Wolfe, Richard Avedon und Gleb Derujinsky sowie die Literatur-Redakteure George Davis und Mary Louise Aswell. Auch der junge Andy Warhol arbeitete in den 1950er Jahren für Harper's Bazaar und Truman Capote veröffentlichte dort seine ersten Geschichten. Snow reiste jedes Jahr nach Paris, um die neuesten Kreationen in der Modehauptstadt zu begutachten. Sie machte die Designer Christian Dior und Cristóbal Balenciaga in den USA bekannt. Allerdings schlief sie wegen ihres hohen Alkoholkonsums gelegentlich bei Modenschauen ein.
Harper's Bazaar entwickelte sich neben Vogue und Elle zu einer der drei großen internationalen Modezeitschriften, die Trends setzten und aus zuvor unbekannten Modedesignern, Models oder Fotografen Stars machten. Das Magazin wird bis heute von Hearst Magazines, einer Tochtergesellschaft von Hearst Communications (Cosmopolitan, Elle USA/UK, ESPN, Esquire, Harper's Bazaar, Houston Chronicle, San Francisco Chronicle), verlegt. Daneben gibt es zahlreiche Landesausgaben, die von dortigen Verlagen in Lizenz herausgegeben werden (in Deutschland Hubert Burda Media).
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Public Domain