Markenlexikon
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts beschränkten sich die Ölfunde in den USA vor allem auf den Nordosten des Landes (Ohio, Indiana, Pennsylvania, Virginia). Das änderte sich 1901, als man auch im Süden von Texas, am Golf von Mexiko, auf Erdöl stieß. Das erste texanische Ölfeld in der Nähe von Beaumont/Texas (Spindletop) wurde von den Ölsuchern James Guffey (1839 – 1930) und John Galey (1841 – 1918) finanziert, hinter denen die Pittsburgher Bankiersfamilie Mellon stand.
1901 gründete Guffey gemeinsam mit den Brüdern Andrew und Richard Mellon die J. M. Guffey Petroleum Company, in der die Besitzrechte an dem Ölfeld zusammengefasst wurden, und die Gulf Refining Company, die für die Verarbeitung des Öls zuständig war. 1907 schlossen sich beide Unternehmen zur Gulf Oil Corporation mit Sitz in Pittsburgh/Pennsylvania zusammen. Bald darauf wurde Gulf Oil auch außerhalb von Texas aktiv (Oklahoma, Mexiko, Venezuela). 1913 eröffnete Gulf Oil in Pittsburgh die erste eigene Tankstelle und 1920 führte man das noch heute verwendete runde orange-blaue Firmenlogo ein. Bald darauf wurde Gulf Oil auch außerhalb von Texas aktiv (Oklahoma, Mexiko, Venezuela). 1913 eröffnete Gulf Oil in Pittsburgh die erste eigene Tankstelle und 1920 führte man das noch heute verwendete runde orange-blaue Firmenlogo ein.


1934 riefen Gulf Oil und die Anglo-Iranian Oil Company (der spätere BP-Konzern) die Kuwait Oil Company ins Leben, die von Scheich Ahmed eine Ölförderkonzession für 75 Jahre erhielt. Ein Großteil des Gulf-Öls aus Kuwait wurde an den Shell-Konzern geliefert, der im Gegensatz zu Gulf Oil über ein gut ausgebautes Vertriebsnetz in Europa verfügte, aber kaum Zugang zu den Ölquellen des Nahen Ostens hatte. Erst 1962 eröffnete Gulf Oil die ersten eigenen Tankstellen in Großbritannien. Infolge der Ölkrise in den frühen 1970er Jahren und der Verstaatlichung der Kuwait Oil Company (1975) zog sich der Konzern nach und nach von den europäischen Märkten wieder zurück. Die Tankstellennetze verkaufte Gulf an Kuwait Petroleum (Benelux, Schweden, Dänemark, Italien), Stinnes (Deutschland) und Shell (Schweiz, Großbritannien).
1984 wurde die Gulf Oil Corporation von der Standard Oil Company of California übernommen, die sich daraufhin nach ihrem langjährigen Markennamen in Chevron Corporation umbenannte. Teile des nationalen und internationalen Gulf-Tankstellennetzes mussten daraufhin aus wettbewerbsrechtlichen Gründen an BP und Cumberland Farms, einen Betreiber von Tankstellen, Tankstellenshops und Tankstellen-Restaurants, verkauft werden. Chevron betrieb bis 2010 ebenfalls noch einige Gulf-Tankstellen, dann erwarb Cumberland Farms alle nordamerikanischen Rechte an der Marke. Seit 2023 ist das Einzelhandelsunternehmen RaceTrac über seine Tochtergesellschaft Metroplex Energy Besitzer der Gulf-Tankstellen in Nordamerika.
1999 erwarb der indische Mischkonzern Hinduja von Chevron die Gulf-Markenrechte für die Gebiete außerhalb Nordamerikas und gründete die Firma Gulf Oil International, die Lizenzen an regionale Tankstellenbetreiber vergibt (Armenien, Belgien, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Irland, Japan, Jordanien, Luxemburg, Niederlande, Schweden, Slowakei, Tschechien, Türkei).
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Pixabay.com, Public Domain