Markenlexikon
Der amerikanische Erfinder Thomas Edison entwickelte 1877 einen Apparat, der die menschliche Stimme und auch Musik aufzeichnen und wiedergeben konnte. Da der Phonograph (griech. Ton-Schreiber) eher eine Zufallserfindung war, kümmerte sich Edison die nächsten zehn Jahre nicht mehr um dessen Weiterentwicklung, sondern widmete sich der elektrischen Glühbirne. Das forderte andere Erfinder geradezu heraus, die noch rudimentäre Sprechmaschine zu verbessern und daraus einen Millionengeschäft zu machen.
Der Chemiker Chichester Bell (1848 – 1924), ein Cousin des Telefonerfinders Alexander Graham Bell, und der Physiker Charles Sumner Tainter (1854 – 1940), kamen 1881 auf die Idee, anstatt einer Walze als Medium eine runde, rotierende Platte zu verwenden. Da es ihnen jedoch nicht gelang, ein funktionsfähiges Abspielgerät zu entwickeln, wandten sie sich wieder Edisons Phonographen zu. 1885/1886 entwickelten Bell und Tainter eine schwingende Nadel, die bei der Wiedergabe weniger Kratzen verursachte; außerdem benutzten sie anstatt der Zinnfolien gewachste Kartonrollen, wie sie heute noch als Kern von Toilettenpapier-Rollen verwendet werden. Das neue Gerät nannten sie Graphophone.
Der endgültige Durchbruch kam jedoch von dem aus Hannover stammenden Erfinder Emil Berliner (1851 – 1929). Berliner war nach einer Druckerlehre 1870 nach Amerika gegangen, wo er eine Zeit lang im Laden eines Familienfreundes gearbeitet hatte. Später schlug er sich mit zahlreichen anderen Gelegenheitsjobs durch. Eigentlich hätte er nach seiner Rückkehr das elterliche Textilgeschäft übernehmen sollen. Doch daraus wurde nichts.
Nachdem ihm durch Zufall ein Physiklehrbuch in die Hände gefallen war, begann er zu experimentieren. Vor allem das Telefon hatte es ihm angetan. Amerika war damals durch die Eisenbahn bereits vollständig erschlossen und mit einem Netz von Telegrafenleitungen überzogen. Die Telegrafie war jedoch umständlich und zeitraubend. Und so machten sich bald eine ganze Reihe von Tüftlern ans Werk, etwas Besseres zu entwickeln. Das Telefon hatte der deutsche Lehrer Johann Philipp Reis bereits 1861 erfunden. Sein Gerät war jedoch noch so unvollkommen, dass niemand Notiz davon nahm. Der Durchbruch gelang erst 1875/1876 Alexander Graham Bell und Elisha Gray. Berliner entwickelte ein Mikrofon für das Telefon, auf das er 1877 ein Patent erteilt bekam. Bell war so begeistert von Berliners Kohlemikrofon, dass er ihm finanzielle Mittel für die Patentauswertung und einen Job in seiner Bell Telephone Company anbot. Berliner arbeitet nun einige Jahre an der Weiterentwicklung des Telefons. 1881 gründete er mit seinen Brüdern Jacob und Joseph in seiner Heimatstadt eine der ersten deutschen Telefonfabriken, deren Leitung bald Joseph übernahm. Emile Berliner ging 1883 nach Amerika zurück und richtete sich in Washington ein Laboratorium ein.
1887 entwickelte Emile Berliner ein Schallaufzeichnungsgerät, das im Prinzip genauso wie Edisons Gerät arbeitete. Anstatt auf zylindrische Walzen gravierte die Nadel die mechanischen Schwingungen jedoch in eine mit Ruß überzogene Glasscheibe ein. Nach der chemischen Aushärtung des Rußes konnte ein Zink-Positiv und von diesem ein Negativ angefertigt werden, das als Stempel zur Pressung der Platten diente. Am 4. Mai 1887 bekam er auf diese Erfindung vom US-Patentamt ein Patent erteilt. Das war die Geburtsstunde der Schallplatte. Am 12. November 1887 stellte er seine Erfindung in der Zeitschrift Electrical World der Öffentlichkeit vor. Bald darauf benutzte er anstatt Glas eine Zinkplatte, die mit einer Schicht aus Bienenwachs überzogen war. Die von der Nadel in den Wachs gezogene Schallrille wurde dann mittels Chromsäure in die Zinkplatte geätzt. Diese Metallplatte diente zur Herstellung der Pressmatrizen. Am 16. Mai 1888 präsentierte Berliner das erstes funktionsfähiges Abspielgerät, das er Gram-O-Phone bzw. Gramophone (Grammophon) nannte. Das Wort entstand in Anlehnung an das Phonogram (engl. Lautzeichen, Telefontelegramm).
Allerdings hatte er zu diesem Zeitpunkt noch kein brauchbares Material für die Platten gefunden. Zunächst probierte er Zelluloid aus, ein aus Dinitrozellulose und Kampfer hergestellten durchsichtigen, elastischen und verformbaren Kunststoff, der zur Herstellung von Dosen, Spielzeug, Kämmen, Schmuck, Sicherheitsglas und als Trägermaterial für Rollfilme eingesetzt wurde. Zelluloid erwies sich jedoch als ungeeignet. Im Juli 1889 entschied er sich schließlich für vulkanisiertes Hartgummi.


Im April 1889 gründete er zur Verwertung seiner Patente die American Gramophone Company, die jedoch schon kurze Zeit später Pleite ging. Im Juli 1890 begann die Serienproduktion der Grammophone bei der Puppenfabrik Kämmer & Reinhardt in Waltershausen (Thüringen); die Platten selbst wurden von der Rheinischen Gummi- und Celluloidfabrik in Mannheim gefertigt. Aufgrund der extrem schlechten Klangqualität, ließ Berliner die Produktion jedoch bereits 1891 wieder einstellen.
Im April 1893 unternahm er zusammen mit den Brüdern Fred und Will Gaisberg, die zuvor bei der Columbia Phonograph Company tätig gewesen waren, einen neuen Versuch. In Washington gründeten sie die United States Gramophone Company. Aber auch diese Firma kam nicht richtig in Gang. Die Grammophone verkauften sich nicht sonderlich gut, einerseits weil die Platten nur eine Spieldauer von einer Minute hatten (die Phonographen-Walzen liefen bereits zwei Minuten), andererseits da sie noch mit einer Kurbel angetrieben werden mussten. Und mit einer Handkurbel eine gleichmäßige Umdrehungsgeschwindigkeit zu erzielen, war ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Die Phonographen liefen dagegen bereits automatisch, entweder mit Federwerken oder Elektromotoren. Zudem stellte sich bald heraus, dass sich die Hartgummiplatten verzogen und schnell abnutzten.
Im Oktober 1895 fand Berliner ein neues Material, eine Mischung aus Schellack (eine harzige Abscheidung, die Schildläuse auf Zweigen verschiedener Bäume in Indien hinterlassen), Ruß, Graphit, Fasern und Gesteinsmehl. Die Bell Telephone Company hatte Schellack bereits für die Herstellung von Telefongehäusen eingesetzt. Das neue Material war unter hohem Druck und Hitze leicht formbar und wurde nach dem Abkühlen steinhart. Die ersten Tests verliefen vielversprechend, die Schellackplatten klangen wesentlich klarer und deutlicher als die Hartgummiplatten.
Aber erst als der Nähmaschinen-Mechaniker Eldridge Reeves Johnson (1867 – 1945) im Frühjahr 1896 schließlich auch für die Grammophone ein funktionsfähiges Federwerk entwickelt hatte, ging es mit den Geräten aufwärts. Johnsons kleine Werkstatt in Camden/New Jersey, die 1894 eröffnet worden war, übernahm fortan nicht nur den Einbau der Uhrwerke, sondern die gesamte Grammophon-Produktion.
Im Oktober 1895 konnte Berliner endlich mehrere Investoren davon überzeugen, sich an der Gründung der neuen Berliner Gramophone Company zu beteiligen: die beiden Kaufleute Thomas Latta und William Armstrong, den Stahlfabrikanten Thomas Parvin, Max Bierbaum und den Textilunternehmer Joseph Goldsmith. Die Firma hatte ihren Sitz in Philadelphia.
Verkauft wurden die Geräte von der National Gramophone Company, einem 1896 von dem Werbefachmann Frank Seaman gegründeten Unternehmen. Seaman hatte sich zuvor die Grammophon-Vertriebsrechte in den USA für die nächsten fünfzehn Jahre gesichert. Damit gab es nun vier Firmen, die an Berliners Erfindung beteiligt waren: die United States Gramophone Company (Inhaber der Patente), die Berliner Gramophone Company (Produktion der Schallplatten), Johnsons Werkstatt (Produktion der Grammophone) und die National Gramophone Company (Vermarktung, Verkauf).
Nun konnte Berliner daran gehen, auch den europäischen Markt zu erobern. Hier wurden bisher hauptsächlich Edisons Phonographen und die Columbia Graphophone verkauft. 1897 schickte er William Barry Owen, den Direktor der National Gramophone Company, nach London, der mit dem Londoner Anwalt Trevor Lloyd Williams The Gramophone Co. Ltd. gründete. Als Firmensitz diente zunächst das Hotel Cecil in London. 1898 wurde das Unternehmen offiziell registriert und das provisorische Hotel-Büro in die Maiden Lane verlegt. Fred Gaisberg wurde Aufnahmeleiter der neuen Firma. Joseph Sanders, ein Neffe Emile Berliners, und seine beiden Brüder Joseph und Jacob, die in Hannover noch immer die Berliner Telefonfabrik betrieben, riefen im Dezember 1898 in Hannover eine weitere Tochtergesellschaft, die Deutsche Grammophon Gesellschaft, ins Leben. Im Januar 1900 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt; sechzig Prozent der Anteile befanden sich im Besitz der The Gramophone Co. Ltd.
Bald kam es jedoch unter den Geschäftspartnern zu Streitigkeiten. Frank Seaman, der mit seinen Werbekampagnen maßgeblich zum weltweiten Erfolg der Grammophone beigetragen hatte, begann eigene Geräte zu bauen, die allerdings nur Grammophon-Nachbauten von schlechterer Qualität waren. Er gründete die Universal Talking Machine Company und produzierte seine Geräte, die er Zonophone (Zon-O-Phone) nannte, nun auf eigene Rechnung. Das führte zu einer ganzen Reihe von komplizierten Prozessen, an denen Berliner, Johnson, Seaman und auch die Columbia Phonograph Company, der Hersteller der Edison Phonographen und der Bell/Tainter-Graphophone beteiligt waren. Berliner verlor die Prozesse, vor allem weil er Bell/Tainters schwingende Graphophone-Nadel bei seinen Grammophonen verwendet und damit deren Patentrechte verletzt hatte. Ab Juni 1900 durfte er seine Grammophone nicht mehr in den USA verkaufen. Emile Berliner ging daraufhin nach Montréal (Kanada), wo er bereits 1899 eine Niederlassung gegründet hatte. Außerdem kümmerte er sich um den weiteren Aufbau der europäischen Tochtergesellschaften.


Als sich Emile Berliner aus den USA zurückziehen musste, verlor Johnson seinen größten Auftraggeber. Notgedrungen gründete er in Camden die Consolidated Talking Machine Company und baute eigene Grammophone. Seaman verklagte auch Johnson, diesmal verlor er den Prozess jedoch. Er konnte lediglich erreichen, dass Johnson die Marke Gram-O-Phone nicht mehr benutzten durfte. Ab Dezember 1900 verwendete er daher den Markennamen Victor – als Zeichen seines Sieges über Seaman. Im Oktober 1901 benannte er das Unternehmen schließlich in Victor Talking Machine Company um; an dem neuen Unternehmen war Johnson mit sechzig Prozent und Berliner mit vierzig Prozent beteiligt.
Der International Zonophone Company, die Frederick Marion Prescott im März 1901 im Auftrag von Seaman in New York und Berlin gegründet hatte, war dagegen kein langes Leben beschieden. Bereits 1903 wurde die Firma von der britischen The Gramophone Co. Ltd. und der Deutschen Grammophon Gesellschaft aufgekauft. Den amerikanischen Teil, die Universal Talking Machine Company, übernahm Victor.
Im Jahr 1900 erschien erstmals das berühmte Foxterrier-Logo als Markenzeichen auf den Grammophonen. Gemalt hatte es der französische Maler Francis Barraud (1856 – 1924) zwei Jahre zuvor. Die Idee dazu war ihm durch den Hund seines verstorbenen Bruders Mark (1848 – 1887), ein Foxterrier namens Nipper, gekommen, der sich ständig vor den Schalltrichter seines Edison-Bell-Walzenphonographen legte, um den knisternden Klängen zu lauschen. Nachdem mehrere Phonographen-Hersteller das Bild mit dem Titel »His Master's Voice« (engl. »Seines Herren Stimme«) nicht haben wollten, fand er schließlich im Oktober 1899 in der Gramophone Company einen Käufer. Barraud erhielt einhundert Pfund, damals ein recht hoher Betrag. Allerdings musste der Phonograph in ein modernes Grammophon umgemalt werden und auch der Sarg, auf dem das Gerät ursprünglich stand, verschwand verständlicherweise.
Ab 1909 erschien das Markenzeichen auch auf den Schallplatten der Gramophone Company und ihrer assoziierten Gesellschaften (Deutsche Grammophon Gesellschaft, Victor Talking Machine Company – später auch Electrola, Pathé-Marconi, RCA-Victor, Victor Company of Japan). Zuvor hatte man als Plattenlabel einen Engel verwendet, der auf einer Schallplatte saß und mit einer Feder eine Rille in die Platte ritzte. Barraud malte später noch zahlreiche Kopien seines berühmten Bildes. Von 1919 bis zu seinem Tod erhielt er von der Gramophone Company und ihrer amerikanischen Schwestergesellschaft Victor Talking Machine Company eine jährliche Rente in Höhe von 250 Pfund.
William Barry Owen, der Chef der Londoner The Gramophone Co. Ltd., glaubte um die Jahrhundertwende noch nicht ganz an den Siegeszug der Schallplatte und so nahm er 1900 die Produktion von Schreibmaschinen ins Fertigungsprogramm auf (nach einer Lambert-Lizenz), was zur Umbenennung der Firma in The Gramophone & Typewriter Ltd. führte. 1907 kehrte man dann wieder zum ursprünglichen Firmennamen The Gramophone Co. Ltd. zurück. Ein Jahr später eröffnete das Unternehmen in Hayes/Middlessex das erste Presswerk in Großbritannien; 1911 wurde der Firmensitz ganz nach Hayes verlegt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren Carl Lindström (Parlophone, Odeon), Columbia, Gramophone und Victor die größten Plattenfirmen der Welt. Sie besaßen zahlreiche Presswerke, Studios und Verkaufsniederlassungen auf allen wichtigen Märkten der Welt.
Zu dieser Zeit wurde auf dem Label His Master's Voice vor allem Klassik-Musik veröffentlicht. Die Stars jener Tagen hießen Enrico Caruso, Edward Lloyd, Nellie Melba, Fjodor Schaljapin oder Leo Slezak, alles Opernsänger, die durch ihre Aufnahmen nicht nur der Schallplatte zum Erfolg verhalfen, sondern auch sich selbst. Fred Gaisberg, Aufnahmeleiter und Artists & Repertoire-Manager in Personalunion, reiste mit seinem Aufnahme-Equipment, das in fünf Kisten verstaut war, durch ganz Europa, und nahm alles Hörenswerte auf, was er finden konnte. 1903 veröffentlichte HMV die erste komplette Oper (Verdi's »Ernani«) auf vierzig einseitig bespielten Schallplatten. Oft sprachen auch Schriftsteller – meist widerwillig wie Leo Tolstoi – Teile ihrer Werke auf Platte. Da es damals noch keinen Rundfunk und kein Fernsehen gab, bat Graf Zeppelin das deutsche Volk 1903 per Schallplatte um ein Spende zur Unterstützung seiner »Gesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt«, die auch prompt erhört wurde. Bis 1908 kamen über sechs Millionen Reichsmark zusammen.
Während des Ersten Weltkriegs beschlagnahmte die deutsche Regierung die Deutsche Grammophon Gesellschaft als englisches Feindvermögen und verkaufte das Unternehmen 1917 an die Polyphon Musikwerke (Polydor), einen Hersteller von Spieldosen und Musikautomaten, die sich 1932 ganz in Deutsche Grammophon Gesellschaft umbenannte. Da sich die Namens- und Markenrechte außerhalb Deutschlands weiterhin im Besitz der Gramophone Company befanden, konnte die Deutsche Grammophon Gesellschaft den Namen Deutsche Grammophon und das HMV-Logo nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Ausland nicht mehr verwenden. Daher benutzte man ab 1924 die Polyphon-Marke Polydor.


1925 gründete die The Gramophone Co. Ltd. in Nowawes bei Potsdam eine neue deutsche Tochtergesellschaft (Electrola). Den Namen Electrola lieh man sich bei der Victor Talking Machine Company, die ihn für die damals neuen elektrischen Plattenspieler verwendete. 1932 wurde der Electrola-Firmensitz nach Berlin verlegt und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Köln.
1920 verkaufte Emile Berliner seine Anteile an der britischen Gramophone Company an die Victor Talking Machine Company, 1924 auch die Berliner Gramophone Company of Canada. Emile Berliner hatte sich damals bereits lange aus dem aktiven Geschäftsleben zurückgezogen und sich wieder ganz seinem Erfinderdasein gewidmet. Gemeinsam mit seinem Sohn war er an der Entwicklung von Flugmotoren und den ersten flugfähigen Hubschraubern (1919) beteiligt. Außerdem gründete er die erste kommerzielle Rundfunkstation Montréals. 1921 entstand unter dem Namen His Master’s Voice das erste Musikkaufhaus in der Londoner Oxford Street.
Eldridge Johnson veräußerte die Victor Talking Machine Company 1927 an eine Investmentgesellschaft, die sie 1929 an die Radio Corporation of America (RCA) weiterreichte. RCA kam damit nicht nur in Besitz der größten US-Plattenfirma (Victor Talking Machine Company) und der größten europäischen (The Gramophone Co. Ltd.), sondern konnte nun auch das Markenzeichen HMV verwenden.
1931 schloss RCA-Victor The Gramophone Co. Ltd. (Hayes/Middlessex; Labels: Electrola, His Master's Voice, Zonophone) mit der Columbia Graphophone Co. Ltd. (London; Labels: Columbia, Lindström, Odeon, Parlophone, Pathé), einer englischen Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Columbia Phonograph Company, zur Electric and Musical Industries Limited (EMI) zusammen. Hauptanteilseigner des neuen Konzerns waren RCA-Victor und Louis Sterling, der beide Columbia-Gesellschaften einige Jahre zuvor erworben hatte. Nach der Fusion verkaufte EMI die amerikanische Columbia aus kartellrechtlichen Gründen (daraus entstand später CBS/Columbia). RCA-Victor verkaufte die EMI-Anteile 1935, behielt aber die nordamerikanischen Rechte am HMV-Logo.
1971 benannte sich das Unternehmen offiziell in EMI Limited. Um und 1973 bekam die für den Musikbereich zuständige Tochtergesellschaft The Gramophone Co. Ltd. den Namen EMI Records Limited. Zuvor waren vor allem die Labels Columbia, Electrola, Harvest, HMV, Odeon, Parlophone, Pathé-Marconi und Zonophone verwendet worden. Damit verschwand der Name Gramophone endgültig. In Deutschland gibt es jedoch das Klassiklabel Deutsche Grammophon bis heute (nun als Tochter der Universal Music Group).
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Pixabay.com, Public Domain