Markenlexikon

Branche: Hausgeräte

Gorenje

Slowenien

Gorenje ist ein kleines Dorf in Slowenien in der Nähe von Velenje (Wöllan). 1950, als Slowenien noch zu Jugoslawien gehörte, wurde hier in der Nähe eines Kohlekraftwerks eine staatliche Landmaschinenfabrik errichtet, die nebenbei auch Handel mit Baumaterialien betrieb. 1958 begann das Unternehmen mit der Produktion von Kochherden, zwei Jahre später wurde der Firmensitz und die Produktion nach Velenje verlegt. Zu gleichen Zeit gingen die ersten Elektroherde in den Export nach Deutschland, wo sie der Neckermann-Versand über seinen Katalog als preiswerte Alternative zu etablierten Marken wie AEG, Bosch oder Siemens verkaufte. Später fertigte der Betrieb in Velenje auch Kühlschränke für die Quelle-Marke Privileg. Zu Beginn der 1960er Jahre nahm Gorenje die Produktion von Waschmaschinen und Kühlgeräten auf. In den 1970er Jahren weitete das Unternehmen die Exporte nach Österreich, Frankreich, Italien, Dänemark und Australien aus. Im nächsten Jahrzehnt kamen Großbritannien und die USA hinzu. Daneben produzierte Gorenje seit den frühen 1970er Jahren auch Fernsehgeräte, elektrische Haushaltsgeräte und Medizingeräte. Die TV-Geräteproduktion wurde mit Hilfe der Körting Radio Werke aufgebaut. 1978, als Körting Vergleich anmelden musste, übernahm Gorenje den deutschen Geschäftspartner, schloss das Körting-Werk in Grassau/Bayern jedoch 1983. Zu dieser Zeit konzentrierten sie die Slowenen wieder auf ihr Kerngeschäft. 1997 wurde Gorenje in eine börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt. Inzwischen zählt die Firma Gorenje Gospodinjski Aparati d.d. zu den zehn größten Küchengeräteherstellern Europas. Über 90 Prozent der Produktion werden im Ausland abgesetzt. Neben der Hauptmarke Gorenje werden die Geräte auch unter den Marken ATAG (die niederländische Firma wurde 2008 übernommen), Etna (ATAG-Submarke), Körting, Mora (die tschechische Firma Mora Moravia wurde 2005 übernommen), Pelgrim (ATAG-Submarke) und Sidex vermarktet. Produktionsstandorte gibt es in Velenje, Mariánské Údolí (Tschechische Republik; wurde 2005 übernommen), Valjevo (Serbien; seit 2006) und Stara Pazova (Serbien; seit 2006).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 30.04.2020 | 22:16