Markenlexikon

Gazprom

Russland

Die Gaskonzern Gasowaja Promyschtschlennost (dt. Gasindustrie) – kurz Gazprom – entstand 1989 aus der Umwandlung des Ministeriums für Gasförder- und Gastransportindustrie in ein Staatsunternehmen. Geschäftsführer wurde der vorherige Minister Viktor Tschernomyrdin, der spätere russische Premierminister (1992 – 1998). Seit 1992 ist das Unternehmen, das über 90 Prozent der russischen und ein Viertel der Weltgasproduktion kontrolliert, eine Aktiengesellschaft (OAO Gazprom). 1993 gründeten die BASF-Tochter Wintershall (65 Prozent) und Gazprom (35 Prozent) das Jointventure Wingas, ein Erdgashandel und -vertriebsunternehmen, das über ein 2.000 Kilometer langes Leitungsnetz Erdgas aus Sibirien und der Nordsee an Stadtwerke, Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke in Deutschland und Europa liefert. 2005 erwarb Gazprom die Mehrheit (73 Prozent) des viertgrößten russischen Ölförderers Sibneft (seit 2006 Gazprom Neft), das zuvor der von dem Oligarchen Roman Abramowitsch kontrollierten Holding Millhouse Capital gehört hatte. Rund die Hälfte der Gazprom-Aktien halten inzwischen Mitarbeiter sowie private Investoren aus Russland und dem Ausland (u.a. E.ON/Ruhrgas). Die restlichen 50 Prozent gehören dem russischen Staat. Gazprom besitzt auch Anteile an russischen Banken und Medien (TV-Sender, Zeitungen/Zeitschriften). Die Gazprom-Tochter Gazpromeksport ist der größte Gasexporteur der Welt. Im März 2008 wurde der Politiker und Gazprom-Aufsichtsratsvorsitzende Dmitri Medwedew (seit 2002) zum Präsident der Russischen Föderation und Nachfolger von Wladimir Putin gewählt.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 24.05.2020 | 11:51