Markenlexikon
Der Kaufhauskonzern Horten führte 1988 zunächst in Heidelberg und Münster das sogenannte Galeria-Konzept ein, das man im positiven Sinne als diverse selbstständige Fachgeschäfte unter einem Dach bezeichnen könnte und im negativen schlicht als Outsourcing – so wie es die großen Shopping-Malls auf der grünen Wiese schon Jahre früher vorgemacht hatten.
1994 beteiligte sich die Metro-Tochter Kaufhof Holding AG mehrheitlich an der Horten AG. 1995 wurde das operative Warenhausgeschäft der Horten AG auf die Horten Galeria GmbH übertragen; die Horten AG war nur noch für die Verwaltung und Vermietung der Immobilien tätig. 1996 kam es zur Verschmelzung der Horten Galeria GmbH auf die Kaufhof Warenhaus AG. Bis 2004 wurden die noch verbliebenen Horten-Filialen in Galeria-Kaufhof umbenannt, verkauft oder geschlossen.
2015 verkaufte die Metro Group die Galeria Kaufhof GmbH (Köln) an den kanadischen Einzelhandelskonzern Hudson's Bay Company (Hudson's Bay, Lord & Taylor, Saks Fifth Avenue, Saks Off 5th, Home Outfitters). Galeria Kaufhof betrieb damals in Deutschland 104 Warenhäuser und sechzehn Sportartikelgeschäfte (Sportarena), außerdem sechzehn Galeria-Inno-Warenhäuser in Belgien.
2018 gründeten der kanadische Einzelhandelskonzern Hudson's Bay Company (Galeria Kaufhof, Hudson's Bay, Lord & Taylor, Saks Fifth Avenue, Saks Off 5th, Home Outfitters) und die österreichische Signa Holding (Karstadt Warenhaus, Karstadt Sports, KaDeWe Berlin, Alsterhaus Hamburg, Oberpollinger München) eine gemeinsame Holding für die Karstadt Warenhaus GmbH, die Galeria Kaufhof GmbH, HBC Europe (Saks Off 5th, Galeria Inno Belgien, Hudson‘s Bay Niederlande), Karstadt Sports sowie den Lebensmittel- und Gastronomiebereich beider Unternehmen (Dinea, Galeria Gourmet, Karstadt Feinkost, Le Buffet). 2019 erwarb die Signa Holding auch die Anteile, die die Hudson's Bay Company (HBC) noch an Karstadt Galeria Kaufhof besaß. HBC behielt nur die niederländische Gesellschaft.
Ab 2019 traten die Karstadt Warenhaus GmbH (Essen) und die Galeria Kaufhof GmbH (Köln) unter dem Markennamen Galeria Karstadt Kaufhof auf. 2020 wurden beide Unternehmen zur Galeria Karstadt Kaufhof GmbH (Essen) zusammengeschlossen.
In den frühen 2020er Jahren kam Galeria Karstadt Kaufhof mehrmals in finanzielle Schwierigkeiten, teilweise infolge der Corona-Pandemie (2020 Schutzschirmverfahren, Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, 2022 Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung, 2023 Insolvenz Signa, 2024 Insolvenz Galeria Karstadt Kaufhof). In dieser Zeit wurden fast fünfzig unrentable Warenhäuser geschlossen.
Neue Eigentümer wurden 2024 die Investmentgesellschaften BB Kapital (Schweiz; Bernd Beetz) und NRDC Equity Partners (USA; Richard Baker). Daraufhin benannte sich die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH in Galeria S.à r.l. & Co. KG um und verlegte die Verwaltung von Essen nach Düsseldorf. 2024 betrieb Galeria 83 Warenhäuser in Deutschland.
Text: Toralf Czartowski