Markenlexikon
Leland James (1892 – 1964), der Gründer und Besitzer von Consolidated Freightways (CF) aus Portland/Oregon, ließ für seine Spedition zunächst Spezialfahrzeuge bei Fageol Motors in Oakland/California herstellen. Nachdem Fageol in Konkurs gegangen war und von Theodore Alfred Peterman als Peterbilt weitergeführt wurde, gründete CF 1939 die Tochtergesellschaft Freightways Manufacturing (ab 1942 Freightliner), die nun eigene Lastwagen entwickelte und baute.
Freightliner spezialisierte sich von Anbeginn auf Frontlenker (Cabover-Trucks), was daran lag, dass die Längenbeschränkungen bei Trucks damals ähnlich restriktiv waren, wie heute in Europa. Die fehlende Haube schuf mehr Platz für die Ladung. Außerdem setzte Freightliner schon früh auf Aluminium anstelle von Stahl, wodurch das Gewicht reduziert und die Motorleistung gesteigert werden konnte, ohne stärkere Motoren verwenden zu müssen. Durch einen oben liegenden Schlafplatz wurde das Fahrerhaus 1953 noch einmal verkürzt.
Ab 1949 verkaufte Freightliner seine Trucks auch an andere Unternehmen. 1951 übernahm die White Motor Company den Verkauf und den Service für Freightliner. Zwischen 1963 und 1977 liefen die Trucks unter dem Namen White-Freightliner. 1974 brachte Freightliner erstmals einen sogenannten Conventional-Truck (Langhauber) auf den Markt, wie man sie vor allem von Kenworth und Peterbilt kennt. Zwischen 1977 und 1981 verkaufte Consolidated Freightways die Nutzfahrzeugsparte Freightliner an Daimler-Benz. 1982 wurden die Gewichts- und Längenvorschriften in den USA gelockert; nun war nur noch die Laderaumlänge vorgeschrieben, nicht aber die Gesamtlänge der Fahrzeuge. Von da an stieg der Verkauf der in den USA sehr beliebten Langhauber wieder stark an. 2020 stellte Freightliner die Produktion der Cabover-Trucks ganz ein.
1997 erwarb Freightliner die Schwer-Lkw-Sparte von Ford, die daraufhin in Sterling Truck umbenannt wurde, 1998 den Schulbushersteller Thomas Built Buses, 2000 Western Star aus Kanada, eine frühere White-Tochter, und 2004 den Motorenhersteller Detroit Diesel. 2008 wurde das Unternehmen Freightliner in Daimler Trucks North America umbenannt, wobei die Fahrzeuge weiterhin unter den Marken Freightliner, Sterling, Thomas Built Buses und Western Star vermarktet werden.
Produziert werden die Freightliner-Trucks (schwere Zugmaschinen, mittelschwere Lastwagen, Bus-Chassis) in Cleveland/North Carolina, Gaffney/South Carolina, Mount Holly/North Carolina, Portland/Oregon, Saltillo (Mexiko) und Santiago Tianguistenco (Mexiko). Die Werke in Burnaby/British Columbia (Kanada), Chino/California und Indianapolis/Indiana wurden inzwischen geschlossen. Consolidated Freightways, die einstmals größte Fernverkehrspedition der USA, ging 2002 in Konkurs und stellte ihren Geschäftsbetrieb ein.
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Pixabay.com, Public Domain

