Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Ferrero

Ursprungsland: Italien

Bereits im 19. Jahrhundert war es in Norditalien üblich, für Süßwaren anstatt des reinen Kakaopulvers eine Haselnuss-Kakao-Zucker-Paste zu verwenden, die aus einheimischen Haselnüssen bestand. Kurz nach dem Krieg, als Import-Kakao rar und teuer war, begann der Konditormeister Pietro Ferrero (1898 – 1949) aus Alba, einem kleinen Ort zwischen Turin und Genua, mit der Herstellung einer schnittfesten Haselnuss-Schokoladen-Paste (Pasta Gianduja). 1951 kam die streichfähige Variante auf den Markt (Supercrema Gianduja). Der ab 1964 verwendete Name Nutella entstand in Anlehnung an das englische Wort »nut« (Nuss). Nach Deutschland kam Nutella 1965; zuvor hieß die Schokocreme hierzulande Cremalba. Hauptentwickler der Schokocreme war der Ferrero-Lebensmittelchemiker Francesco Rivella (1927 – 2025).

Ab den 1950er Jahren errichtete Michele Ferrero (1925 – 2015), der Sohn des Gründers, Produktionsstätten in Deutschland (1956), Frankreich (1958) und den USA (1969); der Firmensitz wurde 1964 nach Pino Torinese verlegt. In der Folgezeit brachte das Familienunternehmen ein neues Produkt nach dem anderen auf den Markt, was die Konkurrenz regelmäßig vor Neid erblassen ließ. Denn fast alles was aus dem Hause Ferrero kam, wurde dank innovativer Ideen und ständiger Werbung zum Erfolg, teilweise weltweit.

Zu den bekanntesten Ferrero-Produkten zählen Duplo (seit 1964), Ferrero-Küsschen (seit 1968), Giotto (seit 1996), Hanuta (seit 1959), Kinder-Cioccolato/Kinder-Chocolate/Kinder-Schokolade (seit 1967), Kinder-Riegel (seit 1971), Kinder-Sorpresa/Kinder-Suprise/Kinder-Überraschung (seit 1974), Milchschnitte (seit 1977), Mon Chéri (seit 1957), Tic Tac (seit 1969; in Deutschland 1972), Raffaello (seit 1990), Rocher (seit 1981), Schokobons (seit 1992) und Yogurette (seit 1970).

Von Nutella gibt es inzwischen noch weitere Variationen: Nutella B-ready, ein Waffelriegel mit Nutella-Füllung (seit 2017), Nutella Biscuit, ein Keks ebenfalls mit Nutella gefüllt (seit 2019) und Nutella-Eis (seit 2024). Die Zusammensetzung von Nutella – Hauptsächlich Zucker, Palmöl, gemahlene Hazelnüsse, Kakaopulver und Magermilchpulver – variiert von Land zu Land.

Ferrero
Ferrero

Ferrero versucht seit langem einige seiner Produkte (Milchschnitte, Nutella) mit zweifelhaften Werbeaussagen (»Die extra Portion Milch«, »Enhält viel Eisen« usw.) als alltägliche und gesunde Nahrungsmittel für Kinder zu positionieren. Dies führt bei Verbraucherschützern vermehrt zu Kritik, da die Produkte – wie alle Süßwaren – hauptsächlich Zucker und Fett enthalten, teilweise sogar noch mehr als die der Mitbewerber. Der Versuch, das Wort »Kinder« als Marke für Schokoladenprodukte schützen zu lassen und anderen Hersteller wie Haribo (Kinder Kram) oder der Zott Molkerei (Kinderzeit Milchdessert) die Verwendung dieses Wortes zu verbieten, scheiterte mehrmals vor deutschen Gerichten (2004, 2007).

Ferrero gehört heute neben Mars (Balisto, Bounty, Dove, Maltesers, Mars, Milky Way, M&M's, Snickers, Wrigley, Twix), Mondelēz (Cadbury, Côte d'Or, Freia, LU, Marabou, Milka, Oreo, Suchard, Toblerone), Nestlé (Aero, After Eight, Choclait Chips, Choco Crossies, Die Weisse, Kit Kat, Nuts, Quality Street, Rolo, Smarties), Lindt und Hershey zu den größten Süßwaren-Herstellern der Welt und befindet sich noch immer im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen betreibt weltweit zahlreiche Produktionsanlagen (Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Mexiko, Polen, Türkei, USA).

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Pixabay.com, T. Czartowski, Public Domain