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Markenlexikon

Ferodo

Ursprungsland: Großbritannien

Herbert Frood (1864 – 1931) eröffnete 1897 eine Werkstatt in Gorton (Derbyshire), wo er zunächst Bremsbeläge für Kutschen herstellte. Er war einer der ersten Hersteller, der mit Naturharzen imprägnierte Baumwolle als Reibmittel verwendete. Mit diesem Material konnte eine bessere Bremswirkung erzielt werden, was in den Hügeln der mittelenglischen Landschaft Derbyshire von Vorteil war. 1902 wurde die Produktion nach Chapel-en-le-Frith (Derbyshire) verlegt. 1905 wandelte Frood seine Werkstatt in ein Unternehmen um. Der Name Ferodo entstand aus einer Buchstabenverdrehung seines eigenen Namens.

1913 entwickelte Ferodo den ersten Bremsbelag, dessen Reibmittel zum Teil aus Asbest bestand. Dafür erhielt Frood ein Patent. Asbestfasern besitzen eine sehr gute Hitzebeständigkeit und Abriebfestigkeit. Die Gefährlichkeit des Asbests für die menschliche Gesundheit war damals noch nicht bekannt. Später wurden neben Asbest auch zahlreiche andere Reibmittel eingesetzt (Aramide, Blei, Eisen, Glas, Grauguss, Gummi, Karbon, Keramik, Kupfer, Messing, mineralische und organische Fasern, Molybdän, Stahl, Sulfide). 1920 ging Ferodo an die Londoner Börse, wurde aber bereits 1926 durch den Asbesthersteller Turner & Newall übernommen. 1964 eröffnete Ferodo ein weiteres Werk in Caernarfon (Wales).

1998 ging Turner & Newall in den Besitz des US-Fahrzeugzulieferers Federal Modul über, der aufgrund der hohen Schadensersatzansprüche bezüglich der durch Asbest verursachten Krankheits- und Todesfälle 2001 Gläubigerschutz beantragen musste. Das Unternehmen blieb jedoch in reorganisierter Form bestehen. 2018 wurde Federal-Mogul von dem US-Fahrzeugzulieferer Tenneco übernommen, der das Erstausrüster- und Ersatzteilgeschäft 2019 in das börsennotierte Unternehmen DRiV Automative (Beral, Champion, Ferodo, Jurid, Moog, Monroe, Walker) abspaltete.

Ferodo produziert heute in Chapel-en-le-Frith Brems- und Kupplungssysteme (Bremsbacken, Bremsbeläge, Bremsflüssigkeiten, Bremsscheiben, Bremszylinder, Kupplungen). Das Werk in Caernarfon, wo von 2001 bis 2003 einer der längsten Streiks der britischen Geschichte stattgefunden hatte, wurde 2008 geschlossen.

Text: Toralf Czartowski

www.ferodo.co.uk