Markenlexikon

E.ON

Deutschland

Die E.ON AG (Verwaltungssitz: Essen, rechtlicher Sitz: Düsseldorf) entstand im Juni 2000 durch den Zusammenschluss der beiden Mischkonzerne VEBA AG Düsseldorf (Aral, Chemische Werke Hüls, Degussa, Gelsenberg, Raab-Karcher, Stinnes)) und VIAG AG München (Bayernwerk, Continental Can Europe/Schmalbach-Lubeca, Gerresheimer Glas, Klöckner, Kühne & Nagel, Th. Goldschmidt). Der Name E.ON steht für »Energie« oder »Elektrizität« (E) und »eingeschaltet« (On). Darüber hinaus ist »Eon« die englische Variante des griechischen Wortes »Aion« (Ewigkeit). Der Energiebereich (PreussenElektra AG, Bayernwerk AG) wurde daraufhin in die neue E.ON Energie AG (München) integriert.

Nach dem Zusammenschluss konzentrierte sich der neue Konzern auf den Energiesektor. Die meisten nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmen wurden nach und nach verkauft oder an der Börse platziert (Degussa, Schmalbach-Lubeca, Veba Oel/Aral, VAW Aluminium, VIAG-Interkom, Viterra).

RUHRGAS: 2003 erwarb E.ON die Ruhrgas AG (Essen), den damals größten deutschen Erdgasversorger. Ruhrgas war 1926 von der Vereinigte Stahlwerke AG und der Stinnes AG als Aktiengesellschaft für Kohleverwertung (ab 1927 Ruhrgas AG) in Essen gegründet worden, um den Vertrieb des in den Kokereien der Ruhrkohlezechen erzeugten Gases zu übernehmen. Das Unternehmen, das vor allem Erdgas aus Russland, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden importiert, firmierte anschließend als E.ON Ruhrgas AG (seit 2013 E.ON Global Commodities SE).

2010 verkaufte E.ON sein Hochspannungsnetz (E.ON Netz GmbH/Transpower) in den Bundesländern Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen an das niederländische Staatsunternehmen Tennet; Auslöser für den Verkauf war ein EU-Kartellverfahren. Zur gleichen Zeit trennten sich auch RWE (Amprion) und Vattenfall (50Hertz Transmission) von ihren Stromnetzen. 2012 änderte die E.ON AG ihre Rechtsform von der Aktiengesellschaft deutschen Rechts in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE).

2013 veräußerte E.ON die Beteiligungen an der TEAG (Thüringen), der E.ON Mitte AG, der früheren EAM Energie AG (Hessen, Südniedersachsen, Westthüringen, Ostwestfalen), sowie der E.ON Westfalen Weser AG an mehrere Städte und Landkreise.

UNIPER: 2016 spaltete E.ON das traditionelle Energiegeschäft (Kohlekraftwerke, Wasserkraftwerke, Gasfelder und Stromerzeugung in Russland, Nord-Stream-Pipeline, globaler Energiehandel) vom Konzern ab; das neue Unternehmen firmiert als Uniper SE (Düsseldorf) und gehört seit 2018 zum finnischen Energieversorger Fortum. Der Bereich Kernkraftwerke (vormals E.ON Kernkraft GmbH) führt seit Juli 2016 den Namen PreussenElektra GmbH (Hannover).

Die E.ON Energie AG war damit nur noch in den Geschäftsfeldern Erneuerbare Energien (Erzeugung von Wind-, Solar- und Bioenergie), Vertrieb und Verteilnetze für Strom und Gas tätig (Avacon, Bayernwerk, E.DIS, E wie einfach, HanseWerk). Die PreussenElektra (Kernkraftwerke) gehört weiterhin zur Muttergesellschaft E.ON SE. E.ON besitzt außerdem Beteiligungen an Unternehmen in Bulgarien, Großbritannien, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Rumänien, Schweden, der Slowakei, Tschechien, der Türkei, Ungarn und den USA.

2018 vereinbarten E.ON und RWE die Aufteilung der RWE-Netz- und Ökostromtochter Innogy SE (Innogy betreibt Verteilnetze und erzeugt und vertreibt elektrischen Strom) untereinander. 2020 erwarb E.ON von RWE deren Innogy-Anteil von 76,8 Prozent, fand die übrigen Minderheitsaktionäre ab und nahm Innogy von der Börse. RWE erhielt dafür alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON, das erneuerbare Energiegeschäft und Gasspeichergeschäft von Innogy, den E.ON-Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag, die Minderheitsbeteiligungen, die die E.ON-Tochter PreussenElektra an den RWE-Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen hält sowie eine Minderheitsbeteiligung von 16,67 Prozent im Rahmen einer Kapitalerhöhung an der E.ON SE. RWE zahlte außerdem 1,5 Milliarden Euro an E.ON. RWE wurde dadurch zu einem führenden europäischen Stromerzeuger bei den erneuerbaren Energien, während E.ON sich auf den Betrieb europäischer Energienetze (Strom, Gas) und das Geschäft mit den Kunden konzentrierte.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 23.04.2020 | 09:11