Markenlexikon

Branche: Hausgeräte

Dyson

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Der Möbeldesigner und Innenarchitekt James Dyson (* 1947) – seit 2006 Sir James Dyson – entwickelte von 1979 bis 1983 in einem Schuppen hinter seinem Haus den weltweit ersten beutellosen Staubsauger. Inspiriert hatten ihn dazu die Fliehkraftabscheider, die u.a. in Sägemühlen zur Abtrennung von Schmutz, Staub und anderen Partikeln aus Gasen verwendet werden. Die Chefs der Ballbarrow Company, die Dyson mitgegründet hatte, und für die er 1974 eine Schubkarre mit einem Ball als Rad entwickelt hatte, glaubten jedoch nicht, dass dieser neuartiger Staubsauger ein Erfolg werden könnten (»sonst hätten sie Hoover oder Electrolux schon gebaut«). Zudem war der Verkauf von Staubsaugerbeuteln ein äußerst lukratives Geschäft für die Hersteller. Finanzielle Unterstützung bekam er jedoch von Jeremy Fry, dem Chef von Rotork Controls; für diese Firma hatte Dyson 1970 noch als Student ein kleines und schnelles Landungsboot aus Fiberglas mitentwickelt (Rotork Sea Truck).

Nach unzähligen Versuchsmodellen war das erste Exemplar des beutellosen Staubsaugers 1983 endlich fertig. Gebaut wurden die Geräte mit dem Namen Kleeneze Rotork Cyclon zunächst von dem italienischen Hausgerätehersteller Zanussi, für den Verkauf per Versand-Katalog war die Firma Kleeneze zuständig. 1984 wollte Dyson mit dem US-Netzwerk-Marketing-Unternehmen Amway ins Geschäft kommen. Doch daraus wurde nichts, stattdessen baute Amway einen eigenen beutellosen Staubsauger, der dem Gerät von Dyson sehr ähnlich war. Dies führte zu längeren juristischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Unternehmen.

1985 erwarb die japanische Firma Apex eine Lizenz zum Bau und Vertrieb des Kleeneze Rotork Cyclon. Im März 1986 brachte ihn Apex in einer überarbeiteten Version für 2000 US-Dollar auf den japanischen Markt. Von den Lizenzgebühren gründete James Dyson 1991 schließlich seine eigene Firma, die Dyson Appliances Ltd. (seit 2001 Dyson Ltd.).

Der erste Staubsauger, der auch den Markennamen Dyson trug, war 1993 der DA001. Gebaut wurde dieses Modell zunächst von der US-Firma Phillips Plastics in einer Fabrik in Wrexham/Wales. Der DA 001 kam für rund 200 Pfund in den Handel. Bereits im Sommer 1993 eröffnete Dyson in einer alten Linotype-Fabrik in Chippenham/Wiltshire (England), rund 30 Kilometer östlich von Bristol, eine eigene Produktionsstätte. 1995 wurde die Fabrik in das nahegelegene Malmesbury/Wiltshire verlegt. Der DC01 (Dual Cyclone), der Nachfolger des DA 001, ein Staubsauger mit Dual-Cyclon-Technologie, avancierte 1995 innerhalb eine Jahres zum meistverkauften Staubsauger Großbritanniens.

Inzwischen produziert Dyson auch Händetrockner (seit 2006), Ventilatoren ohne sichtbare Rotorflügel (seit 2009), Heizlüfter (seit 2011), Staubsauger-Roboter (seit 2014), Luftbefeuchter (seit 2016), Haartrockner (seit 2016) und durch die Übernahme der Firma Jake Dyson Products (2015), die Dysons Sohn gegründet hatte, auch LED-Lampen. Die Produktion von Waschmaschinen mit zwei gegensätzlich laufende Waschtrommeln (ab 2000) wurde 2005 wieder aufgegeben. In Planung ist die Entwicklung und Produktion eines Elektroautos.

2002 verlegte Dyson die Produktion von Malmesbury in ein neues Werk nach Johor (Malaysia; Jointventure mit der Meiban Group Singapore). Seit 2013 gibt es in Tuas (Singapur) eine weitere Produktionsstätte. Verwaltung und Entwicklung befinden sich noch in Malmesbury; der Hauptsitz des Unternehmens soll aber nach Singapur verlegt werden.

Dysan gewann im Laufe der Jahre zahlreiche Design- und Innovationspreise; bereits der G-Force wurde 1991 in Japan mit dem International Design Fair Prize ausgezeichnet. Viele Dyson-Produkte sind in internationalen Mussen ausgestellt (u.a. Metropolitan Museum of Art in New York, Victoria & Albert Museum London, San Francisco Museum of Modern Art, Zürich Design Museum, Powerhouse Museum Sydney, Museum für Angewandte Kunst in Köln).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 26.02.2019 | 00:38