Markenlexikon

Branche: Musikindustrie

Dunhill Records

USA

Lester Louis (Lou) Adler (* 1933) begann seine Karriere in der Musikindustrie in den 1950er Jahren zusammen mit dem Musiker, Komponisten und Produzenten Herb Alpert als Manager des Pop-Duos Jan & Dean. Gemeinsam schrieben Adler und Alpert auch mehrere Songs, u.a. »Baby Talk« (Jan & Dean, 1959) und »Wonderful World« (Sam Cooke, 1960). Alpert gründete 1960 mit Jerry Moss das Plattenlabel A&M Records und Adler 1964 Dunhill Productions. An der Gründung waren auch Alvin (Al) Bennett (1926 – 1989; vormals bei Dot Records und 1955 Mitgründer von Liberty Records), Pierre Maurice Joseph Cossette (1923 – 2009; Broadway- und TV-Produzent) und Robert (Bobby) Roberts (1929 – 2004; Musiker, Produzent) beteiligt. Ein Jahr später wurde die Produktionsfirma, die zunächst nur Aufnahmen für Labels wie Liberty Records produzierte, in Dunhill Records umbenannt. Für den Vertrieb der Platten war ABC-Paramount Records zuständig.

Zu dieser nahm Lou Adler auch die Folk-Rock-Band The Mamas & The Papas unter Vertrag, die dem Label mehrere Top-Hits bescherte (1965 »California Dreamin'«, 1966 »Monday, Monday«, 1967 »Creeque Alley«). Adler fungierte bei den Platten der Mamas & Papas auch als Produzent. Ein weiterer Millionenseller gelang Dunhill 1965 mit dem von Barry McGuire gesungenen Protestsong »Eve of Destruction«, der sich mit mehreren Problemen der damaligen Zeit beschäftigte (Vietnamkrieg, Kalter Krieg, Atomkrieg, China, Rassentrennung, bürgerliche Doppelmoral). Obwohl sich etliche Radiostationen weigerten den düsteren Endzeit-Song zu spielen, verkaufte er sich weltweit sechs Millionen Mal.

Bereits Mitte 1967 verkaufte Lou Adler seine Anteile an Dunhill Records an seinen Vertriebspartner ABC Records (vorm. ABC-Paramount Records), der das Label bis 1975 unter dem Namen ABC Dunhill weiterführte. Adler gründete anschließend mit Ode Records ein neues Label. 1968 veröffentlichte ABC Dunhill die Biker-Hymne »Born To Be Wild« von Steppenwolf, die auch im Film »Easy Rider« zum Einsatz kam und sich über eine Million Mal verkaufte. ABC Records erwarb 1974 noch den Musikbereich von Paramount Pictures/Famous Music (Dot Records, Blue Thumb, Paramount Records), wurde dann aber von der Muttergesellschaft, dem Rundfunkkonzern ABC, 1979 an den Unterhaltungskonzern MCA/Universal (heute Universal Music Group) verkauft.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 21.11.2020 | 22:45