Markenlexikon

Branche: Bekleidung

Dr. Marten's

Deutschland
Großbritannien

Nachdem sich der deutsche Arzt Dr. Klaus Maertens 1945 bei einen Skiunfall den Fuß gebrochen hatte, bastelte er sich aus Armee-Lederhosen und alten Autoreifen einen bequemen Schuh mit einer luftgefüllten Gummisohle, um besser laufen zu können. Bald darauf begann er diese Schuhe zusammen mit seinem früheren Studienfreund Dr. Herbert Funck in größerem Stil herzustellen. Da sich seine Luftpolsterschuhe besonders bei älteren Damen großer Beliebtheit erfreuten, gründete er 1952 in München eine eigene Schuhfabrik.

1959 vergab Dr. Maertens eine Lizenz an die britische Firma R. Griggs & Company aus Wollaston, einen Hersteller von Arbeitsschuhen. In Großbritannien bekamen sie den Namen Dr. Martens AirWair bzw. Doc Martens, DMs oder 1460 (nach dem ersten Verkaufsdatum 1.4.1960). Zunächst wurden sie als strapazierfähigen Arbeitsschuhe an Fabrikarbeiter, Postboten, Polizisten oder Soldaten verkauft. Kurz darauf begann der Siegeszug der klobigen schwarzen Arbeitsstiefel als Modeartikel der jugendlichen Subkultur (Mods, Skinheads, Punks, Waver). Vor allem britische Jugendliche, die stolz auf ihre Herkunft aus der Arbeiterklasse waren, bevorzugten die robusten Arbeitsschuhe; je mehr Schnürsenkellöcher ein Schuh hatte, desto härter fühlte sich sein Träger. Andererseits wurden die komfortablen Schuhe auch von Papst Johannes paul II., dem Dalai Lama oder Postars wie Elton John, Pete Townsend, Martin Gore (Depeche Mode), Anne Clark und Madonna getragen.

Der Gründer starb 1988 73-jährig in München, das Stammhaus Dr. Maertens Luftpolster-Schuhe in Seeshaupt befindet noch immer in der Hand der Familien Maertens und Funck. Die englische Firma gehört der Familie Griggs. 2003 wurden die Fabriken in England geschlossen, sodass die Boots mit dem Qualitätslabel »Hand-Made in England« nun aus China, Thailand und Vietnam kommen. Lediglich die Hauptverwaltung blieb in Großbritannien. Seit 2007 gibt es eine Neuauflage klassischer Dr. Martens-Schuhe (The Vintage Collection), die wieder in Großbritannien hergestellt werden.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 21.04.2020 | 11:54