Markenlexikon
Der aus Schottland stammende Seifensieder John Sharp Douglas begann 1821 in der Hamburger Speicherstadt mit der Produktion von Seifen und Parfums. Nach dem Tod des Gründers führten seine Söhne Thomas und Alexander das Unternehmen weiter. 1878 verkauften die Gründersöhne die Firma an die Hamburger Kaufleute Gustav Adolph Hinrich Runge und Johann Adolph Kolbe. Ab 1905 betrieb das Unternehmen ein eigenes Verkaufsgeschäft in der Hamburger Innenstadt.
1910 eröffneten die Schwestern Maria und Anna Carstens mit Genehmigung der Firma J. S. Douglas Söhne am Jungfernstieg (Neuer Wall Nr. 5) in Hamburg die Parfümerie Douglas. 1929 wurden der Kunstmaler Johannes Harders und seine Frau neue Eigentümer des Unternehmens. Ihre Töchter waren die Patenkinder der Carstens-Schwestern.
1969 erwarb die Firma Rudolf Hussel aus Hagen, der mehrere Süßwarengeschäfte und Parfümerien gehörten, die inzwischen sechs Douglas-Parfümerien in Hamburg. Hussel eröffnete nun zielstrebig neue Douglas-Geschäfte in Deutschland sowie im Ausland (1972 Österreich, 1980 Niederlande, 1982 USA, 1986 Frankreich, 1989 Italien, 1991 Schweiz, 1997 Spanien, 1998 Portugal, 2004 Dänemark) und erwarb zahlreiche Einzelhandelsunternehmen und Buchhandlungen (1975 Montanus, 1979 Uhren-Weiss, 1984 Voswinkel, 1986 Appelrath-Cüpper, 1989 Phönix, 1991/1995 Werdin Jeans, 1995/1997 Juwelier Christ, 1995/2005 Pohland, 2001 Thalia, 2004 Campe, 2006 Gondrom), die später teilweise wieder verkauft wurden (2001 Werdin, 2002 Voswinkel, 2007 Pohland, 2014 Christ und Hussel). 1989 benannte sich die Hussel Holding in Douglas Holding um.
2012 verkauften die damaligen Douglas-Aktionäre (Oetker-Familie [früher an Hussel beteiligt], Erwin Franz Müller [Drogeriekette Müller], Familie Erklöh/Kreke [vormalige Hussel-Eigentümer]) ihre Anteile an einen US-Finanzinvestor (Advent International). Die Familie Kreke behielt allerdings eine Minderheitsbeteiligung. 2015 wurde CVC Capital Partners neuer Mehrheitseigentümer. 2024 ging das Unternehmen an die Börse.
Text: Toralf Czartowski