Markenlexikon
Der Historiker John Samuel Hendricks (* 1952) hatte schon während seines Studiums an der University of Alabama in Huntsville die Idee für einen Fernsehsender, der nur Dokumentationen ausstrahlt. Als CNN (Nachrichten), ESPN (Sport) oder MTV (Musik) gezeigt hatten, dass man mit Spartenkanälen durchaus Erfolg haben kann, suchte er sich Investoren (Allen and Co., BBC, Group W Satellite Communications, New York Life Insurance, Venture America), mit deren Hilfe er seine Idee umsetzen konnte. 1982 gründete er in Bethesda/Maryland die Betreiberfirma Cable Educational Network (ab 1991 Discovery Communications), die im Juni 1985 mit dem Discovery Channel auf Sendung ging.
Das Zwölf-Stunden-Programm, das anfangs hauptsächlich aus BBC-Dokumentationen bestand, wurde über den Satelliten Galaxy I in das Kabelnetz eingespeist, was monatlich 250.000 Dollar kostete. Beim Sendestart erreichte Discovery rund hundertfünfzigtausend Haushalte, ein Jahr später waren es schon sieben Millionen und 1988 über dreißig Millionen. 1986 beteiligten sich vier Kabelnetzbetreiber am Discovery Channel: Cox Cable Communications, Newhouse Broadcasting, TCI und United Cable Television. Von 1989 bis 1995 entstanden auf allen Kontinenten Niederlassungen, meist in Kooperationen mit regionalen Unternehmen, sodass das Discovery-Programm oder Teile davon in rund einhundertfünfzig Ländern zu empfangen waren.
In den 1990er Jahren kamen noch weitere Sender und Kanäle dazu: The Learning Channel (Kauf 1991; nun TLC), Travel Channel (Kauf 1997), Animal Planet (1998; Jointventure mit BBC), Eye on People (Kauf 1998; nun Discovery People), Discovery Kids (1996), Discovery Travel and Living Network (1996), Discovery Civilization Network (1996; nun Investigation Discovery), Discovery Science Network (1996; nun Science), Discovery Wings Channel (1998; nun American Heroes Channel), Discovery Home and Leisure (1998; nun Destination America), Discovery Health Channel (1999; nun Discovery Life Channel), Discovery HD Theater (2002; nun Velocity), Oprah Winfrey Network (OWN; 2011) und Eurosport (Kauf 2014).
Seit Mitte der 1990er Jahre betreibt Discovery eine Kette von Discovery-Channel-Stores, in denen Computerspiele, Videos von den Discovery-Programmen sowie Geschenk- und Merchandising-Artikel verkauft werden. Gemeinsam mit dem Lowell Observatory betreibt Discovery seit 2012 in der Nähe von Happy Jack (Arizona) das optische Großteleskop Discovery Channel Telescope (DCT).
Ab 2008 war Discovery Communications an der Technologiebörse NASDAQ notiert. 2021 vereinbarten der Telekom-Konzern AT&T, der Eigentümer des Medienkonzerns WarnerMedia, und Discovery, die Muttergesellschaft des Discovery Channels, WarnerMedia aus dem AT&T-Konzern als unabhängiges Unternehmen auszugliedern und mit Discovery zusammenzuschließen. Eigentümer des neuen Unternehmens Warner Bros. Discovery wurden dadurch die Aktionäre von AT&T und Discovery. 2026 kam es zum Zusammenschluss von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery.
Text: Toralf Czartowski