Markenlexikon

Detroit Diesel

USA

Die General Motors Corpoartion (Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Oldsmobile, Pontiac) erwarb 1930 die Electro-Motive Engineering Corporation (1922 von Harold Hamilton und Paul Turner gegründet), einen Lokomotiven-Hersteller aus Cleveland, und die Winton Engine Company, ebenfalls in Cleveland ansässig (gegründet 1912 von Alexander Winton), einen Hersteller von stationären und mobilen Dieselmotoren, die in Schiffen, Lokomotiven und Lastwagen zum Einsatz kamen. Das Unternehmen wurde zunächst in Winton Engine Corporation umbenannt und 1938 in Cleveland Diesel Engine Division of General Motors Corporation.

Ebenfalls 1930 rief GM mit der Detroit Diesel Engine Division eine weitere Motoren-Abteilung ins Leben. In Cleveland wurden fortan die großen stationären und mobilen Dieselmotoren für U-Boote, Schiffe und Lokomotiven gebaut, in Detroit die kleineren für Nutzfahrzeuge und Busse. Für die Vermarktung der Motoren aus Cleveland und Detroit war die General Motors Diesel Division (ab 1965 Detroit Diesel Engine Division) zuständig. Als die US Navy ihre U-Boote in den 1950er Jahren auf Nuklearantrieb umstelle, und damit viele Regierungsaufträge wegfielen, schloss GM 1962 die Motorenwerke in Cleveland. Die Produktion der Dieselmotoren für Lokomotiven wurde daraufhin in das Werk LaGrange/Illinois der Electro-Motive Division verlegt.

1970 legte GM Detroit Diesel mit Teilen seiner Allison Division (Allison Transmission Division) zur Detroit Diesel-Allison Division zusammen. Anfang der 1980er Jahre wurde Detroit Diesel-Allison wieder in zwei Divisionen getrennt (Detroit Diesel Division, Allison Division).

1988 gründete GM zusammmen mit der Penske Corporation (Auto- und Autoteilehandel, Truck Leasing, Ilmor Motoren, Penske Rennstall) die Detroit Diesel Corporation, an der Penske 60 Prozent der Anteile hielt. 1993 ging Detroit Diesel an die New Yorker Börse.

Ende 2000 wurde Detroit Diesel von der DaimlerChrysler AG gekauft, die die Nutzfahrzeugmotoren-Produktion ihrer US-Tochter Freightliner Corporation zuordnete und die Stationärmotoren der-MTU-Friedrichshafen-Tochter MTU America.

Ende 2005 verkaufte DaimlerChrysler die MTU Friedrichshafen GmbH (Antriebe für Schiffe, Schienenfahrzeuge, schwere Landfahrzeuge und Industriemaschinen, Energieanlagen auf Basis von Dieselmotoren, Gasmotoren und Gasturbinen) an das schwedische Private-Equity-Unternehmen EQT, das kurz darauf die Holdinggesellschaft Tognum GmbH ins Leben rief. 2007 wurde Tognum in eine AG umgewandelt und anschließend an die Börse gebracht. 2008 beteiligte sich die Daimler AG mit 22,3 Prozent erneut an Tognum; bis 2011 erhöhte Daimler seine Anteile auf 28,4 Prozent. 2011 wurde die Tognum AG schließlich von der Engine Holding GmbH (Stuttgart) übernommen, die der Daimler AG und der Vinters International Limited (eine Tochtergesellschaft der britischen Rolls-Royce plc) gehört, und Anfang 2014 in Rolls-Royce Power Systems AG umbenannt. Kurz darauf verkaufte Daimler seine Tognum-Anteile an Rolls-Royce.

Die Detroit Diesel Corporation (Nutzfahrzeugmotoren, Getriebe, Achsen) ist nun eine Tochtergesellschaft der Daimler Trucks North America LLC Portland/Oregon (seit 2008 neuer Name der früheren Freightliner LLC), zu der u.a. auch Freightliner Trucks (gehörte ab 1981 zu Daimler-Benz), Thomas Built Buses (wurde 1998 von Freightliner übernommen), Sterling Trucks (die frühere Trucksparte von Ford) und Western Star Trucks (eine frühere Marke der White Motor Company) gehören. Das Hauptwerk befindet sich in Redford/Michigan, einem westlichen Vorort von Detroit.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 20.04.2020 | 12:37