Markenlexikon

Demag

Deutschland

Die Deutsche Maschinenfabrik AG (Demag) mit Sitz in Duisburg entstand 1910 durch den Zusammenschluss der Märkischen Maschinenbau Anstalt Ludwig Stuckenholz AG aus Wetter/Ruhr (gegründet 1819), der Duisburger Maschinenbau AG vormals Bechem & Keetmann (gegründet 1862) und der Benrather Maschinenfabrik GmbH aus Düsseldorf (gegründet 1896). Das Unternehmen produzierte u.a. Grubenlokomotiven, Güterwaggons, Laufkräne, Elektroseilzüge, Kettenzüge, Schienenkräne, Hochlöffelbagger, Hochregallager, Stranggießanlagen, Spritzgießmaschinen, Sortiersysteme, Mobilkrane, Hydraulikbagger und während des 2. Weltkriegs auch Panzerfahrzeuge. Für die Belfaster Werft Harland & Wolff, die die Titanic baute, konstruierte Demag 1910 den damals größten Schwimmkran der Welt.

Zwischen 1972 und 1974 wurde Demag von der Mannesmann AG übernommen. 1988 erwarb Demag die Leo Gottwald KG, einen renommierten Hersteller von Hafen- und Teleskop-Autokranen. 1995 verkaufte Mannesmann den Bereich der Hydraulikbagger an Komatsu (Japan). Die Sparte Drucklufttechnik wurde 1996 an CompAir verkauft, die Hütten- und Walztechnik in Duisburg an Schloemann-Siemag (heute SMS-Demag).

1999 kam es zum Zusammenschluss der Mannesmann-Demag AG mit der Krauss-Maffei AG, die seit 1989 ebenfalls zu Mannesmann gehörte, zur Mannesmann-Demag-Krauss-Maffei AG. Einige Demag-Bereiche (Kunststoffmaschinen, allgemeiner Maschinenbau) wurden daraufhin mit denen von Krauss Maffei fusioniert. Nachdem die Mannesmann AG 2000 vom britischen Mobilfunkkonzern Vodafone übernommen worden war, wurden alle Bereiche und Tochtergesellschaften, die nicht zur Telekommunkation gehörten, zunächst in die Atecs-Mannesmann AG ausgegliedert (Demag-Krauss-Maffei, Dematic, Sachs, Rexroth, VDO) und dann unter Siemens (Demag, Dematic, Krauss-Maffei-Wegmann, VDO), Bosch (Rexroth) und ZF (Sachs) aufgeteilt.

2002 verkaufte Siemens die Mehrheit der Demag Crane & Components GmbH (DCC) mit Sitz in Wetter/Ruhr (Industriekrane, fördertechnische Komponenten, Seil- und Kettenzüge) an die US-Investmentgesellschaft Kohlberg, Kravis, Roberts & Co. (81 Prozent) und die Demag Mobile Cranes GmbH & Co. KG mit Sitz in Zweibrücken (mobile Teleskop- und Gittermastkräne) an die Terex Corporation (USA). Der Bereich Verdichtertechnik (Demag Delaval Turbomachinery) blieb bei Siemens Power. KKR brachte die DCC (inkl. der Gottwald Port Technology GmbH) unter dem Namen Demag Cranes AG (Düsseldorf) 2006 an die Börse.

Die System- und Lagertechnik (Dematic GmbH & Co. KG, Offenbach) wurde 2006 an die Private-Equity-Firma Triton verkauft. Demag Plastics (vormals Mannesmann Plastics Machinery GmbH, dann KraussMaffei Technologies GmbH/Demag Plastics Group) gehört seit 2008 zu Sumitomo Heavy Industries (Japan).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 20.04.2020 | 12:29