Markenlexikon
Der Musiker, Komponist und Produzent Michael (Mike) Curb (* 1944) gründete 1964 im Alter von neunzehn Jahren in Los Angeles die Plattenfirma Sidewalk Records, die Electric Flag, Stone Poneys (Linda Ronstadt) und The Arrows unter Vertrag hatte. Nebenher komponierte er zahlreiche Soundtracks (1969 »Skaterdater«, 1966 »The Wild Angels«, 1967 »Thunder Alley«, »Devil's Angels, »The Born Losers«, 1968 »Maryjane«, 1968 »The Wild Racers«, »The Savage Seven«, 1969 »The Big Bounce«, »The Sidehackers«, 1970 »Black Water Gold«) und betrieb eine eigene Band (The Mike Curb Congregation), deren Platten bei MGM Records veröffentlicht wurden.
1969 verkaufte er Sidewalk Records an MGM Records und wurde daraufhin im Alter von fünfundzwanzig Jahren Präsident von MGM Records und Verve Records. Curb sorgte 1970 für Aufsehen, als er mehrere Musiker und Bands bei MGM/Verve rausschmiss, entweder weil sie selbst Drogen konsumierten oder in ihren Texten den Gebrauch von Drogen propagierten. Hintergrund für diese Maßnahme waren einerseits die damals gehäuft auftretenden Drogentoten unter Musikern (Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Alan Wilson), andererseits die Möglichkeit, Musiker, deren Platten nicht besonders gut liefen, auf einfache Art loszuwerden (das warf ihm zumindest die Konkurrenz vor). US-Präsident Nixon, der gerade einen »Krieg gegen die Drogen« ausgerufen hatte, lobte ihn dann auch für sein Vorgehen.
Mike Curb verkaufte seine Anteile an MGM Records 1974. Anschließend gründete er eine neue Plattenfirma, deren Platten von WEA (Warner Bros.) vertrieben wurden. Zu den größten Erfolgen von Curb Records gehören die Singles »Let Your Love Flow« (The Bellamy Brothers 1976), »Kiss You All Over« (Exile 1978), »If I Said You Have a Beautiful Body Would You Hold It Against Me« (Bellamy Brothers 1979) und »I Need More of You« (Bellamy Brothers 1985).
1976 ging Mike Curb für mehrere Jahre in die Politik (Präsidentschaftskampagnen von Ronald Reagan und Gerald Ford, 1979 – 1983 Vizegouverneur von Kalifornien). Außerdem engagierte er sich seit den 1980er Jahren als Rennstall-Miteigentümer im Motorsport (IndyCar, IMSA, NASCAR). Daneben blieb er auch weiterhin in der Musikindustrie tätig. Der Hauptsitz von Curb Records befindet sich seit 1992 in Nashville/Tennessee. 2006 etablierte Curb das Rock-Label Bruc Records (Abk. für Blues, Rock, Urban, Country oder der Name Curb rückwärts gelesen).
Text: Toralf Czartowski