Markenlexikon

Branche: Motoren

Cummins

USA

Clessie Lyle Cummins (1888 – 1968) arbeitete nach seiner Schulzeit eine Zeitlang als Farmer in Indiana, anschließend als Chauffeur und Mechaniker für den Banker William Irwin aus Columbus/Indiana. Nachdem er die Lizenz zum Bau eines stationären Einzylinder-Diesel-Motors von der R.M. Hvid Company erworben hatte, gründete er 1919 mit dem Geld seines früheren Arbeitgebers die Cummins Engine Co. Inc. Einer dieser Cummins-Hvid-Motoren, die damals zum Betreiben von Pumpen, zum Mahlen von Mais oder zum Sägen von Holz eingesetzt wurden, existiert noch heute und ist voll funktionsfähig. Die Motoren wurden anfangs über den Katalog von Sears, Roebuck & Co. an Farmer verkauft. In den 1920er Jahren kamen die Cummins-Motoren auch in Booten zum Einsatz.

Um die Vorteile des Diesel-Motors einem breiten Publikum bekanntzumachen, baute Cummins seine Motoren zwischen 1929 und 1934 in Duesenberg-Rennwagen ein, die an den 500 Meilen von Indianapolis teilnahmen. Diese Rennwagen gehörten zwar nicht zu den Favoriten des Rennens, doch gelang es dem Rennfahrer Dave Evans 1931 die gesamten 500 Meilen ohne einen Boxenstopp zu absolvieren. 1930 fuhr Clessie Cummins mit einem umgebauten Packard-Diesel-Pkw von Indianapolis nach New York und verbrauchte auf dieser über 1200 Kilometer langen Strecke gerade einmal Diesel für 1,39 US-Dollar.

Der wirkliche Durchbruch des Diesel-Motors kam jedoch nicht durch Pkw oder Boote, sondern mit dem Einsatz in Nutzfahrzeugen. William Irwin besaß in den 1930er Jahren eine Beteiligung an der kalifornischen Supermarktkette Purity Stores. Cummins überzeugte Irwin davon, in die Trucks, die die Lebensmittel in die Läden lieferten, Dieselmotoren anstatt Benzinmotoren einzubauen. Einerseits waren Diesel-Motoren für die Berge Kaliforniens wesentlich besser geeignet als Benzin-Motoren, andererseits waren sie sparsamer und langlebiger. Cummins wuchs in den nächsten Jahrzehnten neben Caterpillar, John Deere und Detroit Diesel zu einem führenden US-Hersteller von Dieselmotoren heran, die hauptsächlich in Nutzfahrzeugen eingebaut wurden, teilweise jedoch auch in Pickup-Trucks (Dodge Ram).

Clessie Cummins trat 1955 vom Chefposten seines Unternehmens zurück und gründete anschließend die Cummins Enterprises Company, die seine Patente verwaltete. Er entwickelte auch weiterhin Motortechnologien, die von anderen Firmen hergestellt und vermarktet wurden, u.a. eine Motorbremse mit Druckentlastung. Später arbeitet er für die Allison Engine Company, einen Hersteller von Flugmotoren, der ebenfalls in Indianapolis ansässig war.

Die an der New Yorker Börse notierte Cummins Inc. (Columbus/Indiana) produziert heute u.a. Diesel- und Erdgasmotoren für verschiedene Anwendungen, Hybrid-Motoren, Elektromotoren, Stromerzeugungsanlagen, Generatoren, Turbolader, Einspritzsysteme, Common-Rail-Systeme, Abgassysteme und Motorsteuerungsmodule. Produktionsstätten gibt es u.a. in Asien (Beijing/China, Chongqing/China, Daman/India, Jamshedpur/Indien, Oyama/Japan, Pune/Indien, Shaanxi Province/China, Singapore, Xiangfan/China), Europa (Darlington/England, Daventry/England, Izmir/Türkei, Ramsgate/England), Lateinamerika (São Paulo/Brasilien, San Luis Potosi/Mexiko) und Nordamerika (Charleston/South Carolina, Clovis/New Mexico, Columbus/Indiana, Fridley/Minnesota, Jamestown/New York, Seymour/Indiana, Rocky Mount/North Carolina, Vancouver/Kanada).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 17.04.2020 | 12:18