Markenlexikon

Concorde

Frankreich
Großbritannien

Ab Mitte der 1950er Jahre befassten sich die Bristol Aircraft Company aus Großbritannien und die französische Firma Sud Aviation mit dem Entwurf eines Überschallverkehrsflugzeugs. Da die Entwicklungskosten für ein einzelnes Unternehmen zu hoch waren, arbeiteteten beide Firmen bei diesem Projekt ab 1962 zusammen. Beteiligt waren auch die Triebwerkshersteller Rolls-Royce und Société Nationale d'Etude et de Construction de Moteurs d'Aviation (SNECMA), die die Strahltriebwerke mit Nachbrenner (Olympus 593 Mk 610) für die Concorde entwickelten und bauten. Dem prestigeträchtigen Ergebnis gab man den Namen »Concorde« (frz. Eintracht).

Der französische Prototyp startete am 2. März 1969 von Toulouse aus zum Jungfernflug – zwei Monate nach dem das sowjetische Konkurrenzmodell Tupolev Tu-144 erstmals geflogen war (31. Dezember 1968). Am 9. April 1969 folgte der britische Prototyp. Am 1. Oktober 1969 übertschritt die Concorde erstmals Mach 1. Gebaut wurden die Flugzeuge in Toulouse bei Aérospatiale (entstand 1970 aus dem Zusammenschluss der Flugzeughersteller Sud Aviation, Nord Aviation und SEREB) und in Filton bei der British Aircraft Corporation (seit 1960 gehörte Bristol Aircraft zu dieser Firma, 1977 entstand aus dem Zusammenschluss von BAC, Hawker-Siddeley und Scottish Aviation der Luft- und Raumfahrtkonzern British Aerospace/BAE Systems). Finanziert wurde das Concorde-Projekt vom britischen und französischen Staat – beide Hersteller waren damals Staatsunternehmen, Aérospatiale bzw. deren Vorgnängerfirmen schon seit dem 2. Weltkrieg und British Aircraft ab 1976.

Concorde
Concorde

Im Januar 1976 nahmen British Airways und Air France den Liniendienst mit der Concorde auf, u.a. nach Bahrein und Rio de Janeiro. Die Flugzeit über den Atlantik betrug etwa 3 bis 3,5 Stunden, die Flughöhe lag zwischen 15.000 und 17.700 Meter, die Reisegeschwindkeit bei Mach 2,1 und die maximale Reichweite bei 6000 Kilometer. Die Tickets waren rund 20 Prozent teurer als Tickets für die erste Klasse in normalen Flugzeugen. Bei enger Bestuhlung konnte die Concorde 144 Personen befördern.

Die Ölkrise, ausufernde Kosten durch den enorm hohen Kerosinverbrauch und das gesteigerte Umweltbewusstsein schreckten jedoch potentielle Käufer ab. Viele Flughäfen verweigerten der Concorde zudem wegen der Lautstärke der Triebwerke (119,5 dB) die Landegenehmigung; mit Überschallgeschwindigkeit durfte sie nur über dem Meer fliegen, da das Durchbrechen der Schallmauer über dem Festland verboten war. 1979 musste die Produktion wegen mangelnder Rentabilität wieder eingestellt werden. Insgesamt wurden nur 20 Maschinen (2 Prototypen, 2 Vorserienmodelle, 16 Serienflugzeuge) für Air France und British Airways gebaut. Ab 1982 führten beide Fluggesellschaften nur noch Linien- und Charterflüge von Paris und London nach New York durch.

Im Juli 2000 stürzte eine Concorde der Air France kurz nach dem Start bei Paris ab, was die vorübergehende Einstellung aller Concorde-Flüge zur Folge hatte. Ursache des Absturzes war ein auf der Startbahn liegendes Metallteil, das eine zuvor startende DC-10 der Continental Airlines verloren hatte. Dieses Teil, das von der Concorde überrollt wurde, führte zu einem zerplatzten Reifen, dessen Einzelteile die Treibstofftanks in den Tragflächen durchschlugen und zwei der vier Triebwerke in Brand setzten. Obwohl die Maschinen daraufhin umgerüstet wurden, und erst im November 2001 wieder starteten, ging die Zahl der Passagiere immer mehr zurück. 2003 stellten Air France (31. Mai) und British Airways (24. Oktober) die Concorde-Flüge schließlich endgültig ein. Der allerletzte Flug fand am 26. November 2003 statt (Überführung einer British-Airways-Concorde von London-Heathrow zum Luftfahrt-Museum in Filton).

Die noch existierenden Flugzeuge (u.a. auch die Prototypen) stehen heute in zahlreichen Museen (Brooklands, Duxford, Edinburgh, Le Bourget, New York, Seattle, Sinsheim, Washington), auf Flughäfen (Charles de Gaulle Paris, Grantley Adams Barbados, Le Bourget Paris, London-Heathrow, Manchester Airport, Paris-Orly) und auf Firmengeländen (BAE Systems Filton, Airbus Toulouse).

Text: Toralf Czartowski | Foto(s): Pixabay

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49