Markenlexikon

Branche: Musikindustrie

Columbia (EMI)

Großbritannien

Die Columbia Phonograph Company (USA) rief um die Jahrhundertwende zwei europäische Niederlassungen ins Leben (1897 Paris, 1900 London), die als Columbia Graphophone Co. Ltd. firmierten. Anfang der 1920er Jahre geriet die Muttergesellschaft Columbia Phonograph Company aufgrund undurchsichtiger Börsengeschäfte in finanzielle Schwierigkeiten, die 1923 zum Bankrott führten. Zur gleichen Zeit erwarb Louis Sterling, der europäische Generalmanager der Columbia, die englische Columbia und 1925 auch die amerikanische.

1926 übernahm Columbia Graphophone die deutsche Carl Lindström AG (Odeon, Parlophone) – damals eine der weltgrößten Plattenfirmen, und 1928 die französische Plattenfirma Pathé Fréres (später Pathé-Marconi).

1931 schloss RCA-Victor seine europäische Tochtergesellschaft The Gramophone Co. Ltd. (Electrola, His Master's Voice, Marconi) mit der Columbia Graphophone Co. Ltd. (Columbia, Odeon, Parlophone, Pathé) zur Electric and Musical Industries Ltd. (EMI) zusammen. Hauptanteilseigner des neuen Konzerns waren anfangs RCA-Victor und Louis Sterling. Nach der Fusion verkaufte EMI die amerikanische Columbia aus kartellrechtlichen Gründen an den Radiogeräte- und Kühlschrankhersteller Grigsby-Grunow, der sie 1934 an die ARC-BRC-Gruppe (American Record Corporation – Brunswick Record Company) weiterreichte. 1938 wurde Columbia (USA) schließlich von der früheren Tochtergesellschaft CBS (Columbia Broadcasting System) übernommen.

Der EMI-Konzern verwendete das Label Columbia (später auch EMI Columbia) noch bis in die 1980er Jahre für die Vermarktung von Popmusik (u.a. Cliff Richard, The Shadows, Hermans Hermits, The Animals, die frühen Pink-Floyd-Platten, teilweise die Beatles, King Crimson, Erste Allgemeine Verunsicherung). In Österreich hieß die dortige EMI-Landesgesellschaft noch lange EMI Columbia Austria. Nach und nach wurde das Label Columbia jedoch durch die 1973 eingeführte Marke EMI Records ersetzt. 1989 verkaufte EMI die weltweiten Rechte an dem Markennamen Columbia an den Sony-Konzern, der die CBS-Musikabteilung (Columbia, Epic) ein Jahr zuvor erworben hatte.

Text: Toralf Czartowski

Columbia (EMI) Logo
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Letzte Änderung der Seite: 10.11.2020 | 22:39