Markenlexikon

Branche: Rohstoffe

Codelco

Chile

Kupfer wurde in den chilenichen Anden schon seit Jahrhunderten im kleinen Stil abgebaut, die industrielle Förderung begann jedoch erst mit Beginn des 20. Jahrunderts durch US-amerikanische Unternehmen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts ließ Enrique Concha y Toro, der damalige Besitzer der bereits seit langem bekannten Mine El Teniente, die sich in einem erloschenen Vulkan befand, von dem italienischen Bergbauingenieur Marco Chiapponi untersuchen, um anschließend ausländische Investoren für die kapitalintensive Förderung zu finden. Chiapponi fand heraus, dass es sich bei der El-Teniente-Mine um eine sehr große Fundstätte handelte, allerdings besaß das Erz nur einen sehr geringen Kupfergehalt.

Schließlich fand der den US-amerikanischen Bergbau-Ingenieur William Braden Burford (1871 – 1942), der sich die Mine ab 1902 selbst anschaute. Anschließend erwarb er das Gebiet um die Mine sowie die Schürfrechte und gründete 1904 in Portland (Maine) die Firma Rancagua Mines (nach der Stadt Rancagua in der Nähe der Mine); an der Gründung waren auch Edward Nash, der Präsident der American Smelting and Refining Company (ASARCO), und Barton Sewell (1847 – 1915), der Vizepräsident von ASARCO, beteiligt. Finanziert wurde das Unternehmen ab 1905 von der New Yorker Industriellenfamilie Guggenheim. Rancagua Mines firmierte ab 1904 als Braden Copper Company (New York) – mit Solomon R. Guggenheim als Präsident.

Bis 1905 wurde eine rund 40 Kilometer lange Straße von Graneros, nördlich von Rancagua, bis zum Bergwerk gebaut. Im Juni 1906, rund ein Jahr nachdem das US-Wirtschaftsministerium dem Unternehmen die Genehmigung erteilt hatte, Niederlassungen in Chile zu eröffnen, begann die Braden Copper Company mit der Kupferförderung in der El-Teniente-Mine. In der Nähe der Mine (rund 3 Kilometer entfernt) wurden ein Hüttenwerk und eine Werkssiedlung errichtet (El Molino). 1915 benannte man den Ort nach dem zuvor verstorbenen Barton Sewell, der selbst nie in Chile gewesen war, in Sewell um. Sewell ist seit 1969, als die Bewohner nach Rancagua umgesiedelt wurden, eine Geisterstadt und seit 2006 Weltkulturerbe der UNESCO. Das angrenzende Hüttenwerk ist noch in Betrieb.

1915 brachten die Guggenheims, denen die Braden Copper Company seit 1910 vollständig gehörte, und die Morgans (Bank J.P Morgan) ihre Beteiligungen in der Kupferindustrie (Braden Copper Company, Kennicott Minen Alsaka, Utah Copper Company) in die neugegründete Aktiengesellschaft Kennecott Copper Corporation ein.

In der zweiten große Mine, Chuquicamata im Norden von Chile bei Calama, wurde ebenfalls schon lange Kupfer abgebaut, bevor die Chile Exploration Company (Chilex) der Guggenheim-Brüder den Tagebau Anfang 2012 von dem Anwalt Albert Cameron Burrage erwarb und 1915 mit der Förderung begann. Die Chuquicamata-Mine wurde allerdings nicht in die Kennecott Copper Corporation eingebracht, wie die anderen Guggenheim-Minen, sondern 1923 an die Anaconda Copper Mining Company aus Montana verkauft.

William Braden, der die Braden Copper Company 1909 an die Guggenhein-Brüder verkauft hatte, erwarb 1913 die Compania Minera de Potrerillos, die Manuel Zamorano und Vicente Echevarría 1906 in dem Bergbaugebiet bei Potrerillos (Atacama Region) gegründet hatten. Schon kurz darauf wurde er von der Anaconda-Gesellschaft kontaktiert, die auf der Suche nach weiteren Minen war. 1916 verkaufte Braden die Potrerillos-Mine an die Anaconda-Tochter Andes Copper Mining Company. Bevor die Infrastruktur (Eisenbahn, Straßen, Gebäude, Wasserversorgung) und die Hütte fertig waren, dauerte es noch bis 1926. Ein Jahr später begann die Förderung.

Anaconda entwickelte in den nächsten Jahren noch weitere Minen in Chile, u.a. die El Salvador Mine (Atacama Region), die 1959 mit der Förderung begann,

Text: Toralf Czartowski

Codelco Logo
Letzte Änderung der Seite: 16.04.2020 | 16:51