Markenlexikon

CASA

Spanien

Die Construcciones Aeronáuticas S.A. (CASA) wurde 1923 von dem spanischen Ingenieur, Pilot, Fotograf und Unternehmer José Ortiz Echagüe (1886 – 1980) in Getafe bei Madrid gegründet; Echagüe rief 1950 auch die Autofirma SEAT ins Leben. Zunächst war CASA lediglich eine Wartungs- und Reparaturfirma für importierte Flugzeuge. Nachdem 1926 in Cadiz eine weitere Fabrik errichtet worden war, begann CASA mit der Konstruktion eigener Flugzeuge; das erste Modell war 1929 die CASA III. Hauptsächlich baute CASA jedoch Flugzeuge anderer Hersteller in Lizenz (Breguet XIX, Breguet XIX GR, Vickers Vildebeest, Polikarpov I-15, Gotha Go 145A, Bücker Bü 131/133, Heinkel He 111, Junkers Ju 52, SIAT 223 Flamingo, Dornier Do 27, Northrop F-5A), die unter dem Namen CASA vermarktet wurden.

1943 erwarb der spanische Staat 33 Prozent der CASA-Anteile, bis 1999 wurde diese Beteiligung auf 99 Prozent aufgestockt. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs nahm CASA eine neue Produktionsstätte in Tablada/Seville in Betrieb. In den 1950er Jahren entwickelte CASA auch einige zivile Verkehrsflugzeuge (C-201 Alcotán, C-202 Halcón, C-207 Azor), die jedoch nur in geringer Stückzahl gebaut wurden. Haupteinnamequelle blieben Wartung, Reperatur und Modernisierung Flugzeuge der US Air Force, die in Europa stationiert waren (Lockheed T-33A Shooting Star, North American F-100 Super Sabre).

1971 erwarb CASA einen kleineren Anteil am Airbus-Konsortium, an dem damals Aérospatiale (Frankreich), die Deutsche Airbus GmbH (Messerschmitt-Bölkow-Blohm, Dornier, VFW-Fokker) und Hawker-Siddeley (Großbritannien) als assoziierter Partner beteiligt waren. 1972 übernahm CASA den zweiten großen Flugzeughersteller Spaniens, die Hispano Aviación S.A.; dieses Unternehmen war 1929 als Tochtergesellschaft des Autoherstellers Hispano-Suiza gegründet worden (Hispano-Suiza de Guadalajara).

In den 1970er Jahren entwickelte CASA das leichte militärische Turbopro-Transportflugzeug CASA C 212 Aviocar (Erstflug 1971), das an rund 40 Länder verkauft werden konnte. Mit Hilfe von MBB und Northrop entstand die zweistrahlige CASA C.101 Aviojet (Erstflug 1977), ein leichtes Erdkampf- und Schulflugzeug. Auch die Transportflugzeuge CASA CN-235 (Erstflug 1983) und CASA C-295 (Erstflug 1998) konnten in viele Länder verkauft werden.

Im Jahr 2000 schlossen sich die erst zwei Jahre zuvor entstandene Aérospatiale-Matra S.A., die DaimlerChrysler Aerospace AG (die frühere Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH und DASA/Deutsche Aerospace AG) und die CASA, die zur gleichen Zeit von DaimlerChrysler übernommen wurde, zum europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic, Defence and Space Corporation EADS N.V. (ab 2014 Airbus Group) zusammen. Hauptanteilseigner waren die damalige DaimlerChrysler AG (30 Prozent), der frühere Aérospatiale-Matra-Eigner Lagardère (15 Prozent), der französische Staat (15 Prozent) und die staatliche spanische Industrieholding SEPI Sociedad Estatal de Participaciones Industriales (5,5 Prozent). 2012/2013 verkauften Daimler und Lagardère ihre letzten EADS-Anteile.

Die Airbus Group betreibt in Spanien heute Werke und Standorte in Albacete (Eurocopter), Madrid-Barajas (Astrium), Cadiz (Airbus Military), Getafe-Madrid (Airbus, Airbus Military), Illescas/Toledo (Airbus), Puerto Real (Airbus), San Pablo-Sevilla (Airbus Military) Tablada/Seville (Airbus Military) und Tres Cantos (Astrium).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 16.04.2020 | 12:12