Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Cape

Ursprungsland: Südafrika

Der erste Europäer, der die Südküste Afrikas zumindest teilweise umsegelte (etwa bis zum Großen Fischfluss), war 1487/1488 der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Dias. Jenes markante Kap, das heute den Namen Kap der Guten Hoffnung trägt, sah er allerdings erst auf der Rückreise, weil er auf der Hinfahrt zu weit von der Küste entfernt segelte. Er nannte es Kap der Stürme, wegen der starken Winde in Küstenrichtung und der gegenläufigen kalten und warmen Wasserströmungen an der Grenze des Atlantischen und Indischen Ozeans. Der portugiesische König Dom João II. (Johann II.) soll dann den Namen Kap der Guten Hoffnung eingeführt haben, in der Hoffnung, dass nun bald der Seeweg nach Indien gefunden wird – was Vasco da Gama 1498 dann auch gelang. Die Portugiesen unternahmen jedoch keine Versuche, das südafrikanische Land in Besitz zu nehmen.

Das blieb dem niederländischen Arzt und Kaufmann Jan van Riebeeck (1619 – 1677) vorbehalten, der 1652 im Auftrag der Vereenigden Oostindischen Compagnie (VOC) rund vierzig Kilometer nördlich des Kaps in einer geschützten Bucht eine Versorgungsstation für die Handelsschiffe errichtete (Fort de Goede Hoop), die dort auf dem Weg nach Indien und Südostasien haltmachten. Die VOC war eigentlich eine Handelsgesellschaft niederländischer Kaufleute, sie besaß jedoch auch das Recht im Namen des niederländischen Staates Land zu erwerben, Gouverneure zu ernennen, Armeen und Flotten aufzustellen sowie Festungen zu errichten. Aus dem Fort entstand bald darauf der Ort Kapstadt (afrik. Kaapstad, engl. Cape Town). Die ersten Siedler waren Niederländer, teils Strafgefangene, französische Hugenotten und Norddeutsche. Sie brachten den Obst- und Weinanbau in die Gegend. Als Arbeitskräfte wurden Sklaven aus Madagaskar und Niederländisch-Indien nach Südafrika gebracht. Die Angehörigen des ursprünglich im westlichen Teil Südafrikas nomadisch lebenden Volkes der Khoikhoi wanderten entweder in andere Gebiete aus oder arbeiteten bei den Kolonisten als Hirten. Das zunächst in der Nähe von Kapstadt angebaute Obst wurde hauptsächlich an die Schiffmannschaften verkauft, die auf ihren langen Fahrten von Europa nach Ostasien Vitamine benötigten, um Vitaminmangelkrankheiten wie Skorbut zu verhindern.

Nachdem französische Truppen 1794/1795 die Niederlande besetzt hatten, schloss der nach England geflohene König Wilhelm V. von Oranien 1796 einen Vertrag mit den Briten, der die niederländischen Kolonien einer britischen Sicherungsverwahrung unterstellte, damit sie nicht den Franzosen in die Hände fielen. Doch während die anderen Kolonien später an die Niederlande zurückgegeben wurden, blieb die Kapkolonie mit einer kurzen Unterbrechung von 1803 bis 1807 in britischem Besitz. Die Auflösung der Sklaverei durch die Briten (1833) führte zur Abwanderung vieler Kolonisten, die sich nun Afrikaaner oder Buren nannten, in andere Landesteile, wo sie zahlreiche eigene Staaten gründeten (u. a. Lydenburg, Natalia, Oranje-Freistaat, Stellaland, Südafrikanische Republik/Transvaal, Upingtonia, Utrecht, Winburg-Potchefstroom, Zoutpansberg). Nach langjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Briten und Buren (Burenkriege) entstand 1910 die Südafrikanische Union, in der die meisten Landesteile Südafrikas zu einem Staat vereint wurden. Dieser Staat war bis 1961 eine weitgehend selbst verwaltete Kolonie des Britischen Empire (Dominion).

CPE
CPE

Die Eröffnung des Suezkanals 1869 führte dazu, dass wesentlich weniger Handelsschiffe in Kapstadt haltmachten und somit neue Vertriebswege für das südafrikanische Obst (Äpfel, Aprikosen, Birnen, Nektarinen, Pflaumen, Pfirsiche, Trauben) gefunden werden mussten. 1892 exportierte der Anwalt, Reeder und spätere Politiker Percy Molteno (1861 – 1937) die erste kleine Ladung frischer Pfirsiche nach Großbritannien (sein Vater hatte bereits Trockenfrüchte nach Australien verschifft). Dank neuer Technologien (Kühlhäuser, Kühlschiffe) überstand das Obst nun auch die lange Fahrt nach Europa oder Australien unbeschadet. Molteno gründete zur gleichen Zeit auch die erste Obstexport-Organisation Südafrikas (Cape Fruit Syndicate). Der Export südafrikanischen Obstes nach Europa, insbesondere Großbritannien, und Australien nahm in der Folgezeit stark zu.

Mit Gründung der Südafrikanischen Union 1910 wurde die Obstindustrie durch Gesetze stark reguliert, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen. 1926 entstand mit der Deciduous Fruit Exchange (ab 1939 Deciduous Fruit Board) eine gemeinsame Vermarktungs- und Exportorganisation für südafrikanisches Kern- und Steinobst. Ab 1966 vermarktete das Deciduous Fruit Board Kern- und Steinobst unter der Marke Cape (engl. Kap). Die weltweit zunehmende Kritik am Apartheid-System in Südafrika, das bereits 1860 bei der Gründung der Südafrikanischen Republik gesetzlich festgeschrieben worden war, machte den Export südafrikanischer Produkte ab den 1960er Jahren durch UNO-Sanktionen, Handelsbeschränkungen, Desinvestition und Verbraucherboykotte zwar nicht unmöglich, aber immer schwieriger. 1987 übertrug das Deciduous Fruit Board die Marketingaktivitäten für südafrikanisches Exportobst an die neu gegründete Universal Fruit Trade Co-operative (ab 1989 Unifruco).

Mit der Abschaffung des Apartheid-Systems ab 1990 endeten auch die internationalen Sanktionen gegen die südafrikanische Wirtschaft. 1997 wurde der südafrikanische Agrarsektor dereguliert, was das Ende der Monopole von Citrus Exchange/Outspan International, Deciduous Fruit Board und Unifruco bedeutete. 1999 schlossen sich Unifruco und Outspan International zur privatwirtschaftlich organisierten Capespan Group zusammen. Capespan vermarktet seine Früchte weltweit unter den Markennamen Cape (Kern- und Steinobst), Goldland (Zitrusfrüchte) und Outspan (Zitrusfrüchte).

Die wichtigsten Anbaugebiete für Kern- und Steinobst liegen in den westlichen Provinzen Südafrikas (Nordkap, Westkap), außerdem im südwestlichen Teil der Provinz Eastern Cape (Langkloof Valley), in Limpopo (Modimolle) und im Free State (Ficksburg). In den östlichen Provinzen (KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, North West) werden vor allem Ananas, Bananen, Mangos und Zitrusfrüchte angebaut.

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Capespan

https://www.capespan.com