Markenlexikon

Brylcreem

Großbritannien

Als diese Frisiercreme 1929 zunächst in Großbritannien auf den Markt kam (bald wurde sie in über 50 Ländern verkauft), revolutionierte sie die Welt der Männerhaare. Kein Mann, der etwas auf sich hielt und der nur halbwegs modern sein wollte, ging aus dem Haus, ohne dass er sich vorher die Haare gestylt hatte. Vor allem in den 1950er Jahren war Brylcreem das absolute Muss für jeden Elvis-Fan. Nur mit Brylcreem (Brilliantine + Cream) konnte man sich so wunderschöne Schmalzlocken formen, wie sie die Idole diese Generation trugen. Das blieb im Prinzip bis Mitte der 1960er Jahre so, als die Beatles die Schüttelfrisuren salonfähig machten. Als dann die Hippies durch die Welt zogen und die langhaarigen Seventies vorbereiteten, wurde aus der vorher heißbegehrten Brylcreem plötzlich ein Ladenhüter.

Erst in den 1980er Jahren, als Haarwachs und Styling-Schaum wieder Hochkonjunktur hatten, war auch Brylcreem wieder da – nun allerdings als ein Produkt unter vielen. Die Herstellerfirma County Chemical Company aus Birmingham gehörte seit 1939 zum britischen Pharma-Unternehmen Beecham und 1993 verkaufte der inzwischen in SmithKline-Beecham umbenannte Konzern die Marke an die US-amerikanische Sara Lee Corporation, eine frühere Großbäckerei, die im Laufe der Jahre zahlreiche Marken aus den unterschiedlichten Bereichen erworben hatte (u.a. Ambi-Pur, Aoste, Badedas, Bama, Bellinda, Delial, Dim, Douwe Egberts, Drum, Duschdas, Fissan, Hanes, Jovan, Natreen, Nur Die, Pickwick, Pitralon, Playtex, Quenty, Radox, Samson, Sanex, Satina, Senseo, Van Nelle, Wonderbra).

2009 verkaufte Sara Lee seine Körperpflegesparte an den niederländisch-britischen Konsumgüterkonzern Unilever. Heute werden unter der Marke Brylcreem verschiedene Haargele, Haarcremes und Haarwachs vermarktet. Produktionsstandort für den europäischen Markt ist eine Fabrik in Slough. In den USA wird Brylcreem von der Firma Combe Inc. vermarktet.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 10.04.2020 | 21:08