Markenlexikon

Branche: Musikindustrie

BMG (Bertelsmann Music Group)

Deutschland

Nachdem der Bertelsmann-Konzern (Ariola, Bantam Books, Bertelsmann Verlag, Doubleday & Company, Goldmann Verlag, Gruner + Jahr, Mohndruck, Sonopress, UFA) 1979 die New Yorker Plattenfirma Arista Records, 1985 die Hansa Musik Produktion GmbH aus Berlin und 1985/1986 RCA Records, die Musiksparte der RCA Corporation, erworben hatte, entstand 1987 die Bertelsmann Music Group (BMG). Damit gelang Ariola der Aufstieg zum Global-Player. Bei dieser Gelegenheit änderte die Ariola Eurodisc GmbH ihren Namen in BMG Ariola München GmbH und die RCA Schallplatten GmbH in Hamburg firmierte nun als BMG Ariola Hamburg GmbH. Zur gleichen Zeit begann Sonopress in Gütersloh mit der CD-Herstellung. 2002 erwarb BMG die britische Plattenfirma Zomba/Jive, die Stars wie die Backstreet Boys, Britney Spears, N'Sync oder Samantha Fox unter Vertrag hatte. 2004 schlossen Sony und Bertelsmann ihre internationalen Musikaktivitäten Sony Music Entertainment (Columbia, Epic) und BMG Entertainment (Ariola, Arista, BMG, Hansa, Jive, RCA, Zomba) in dem Jointventure Sony-BMG Music Entertainment (New York) zusammen, das sich zu je 50 Prozent im Besitz der Sony Corporation of America (New York) und der Bertelsmann AG befand. 2008 verkaufte Bertelsmann seine Sony-BMG-Anteile an Sony; das Unternehmen firmiert nun als Sony Music Entertainment Inc. Zwei Jahre zuvor hatte Bertelsmann bereits seinen Musikverlag BMG Music Publishing an Universal Music verkauft.

2009 gründete Bertelsmann gemeinsam mit dem US-Finanzinvestor KKR das Tochterunternehmen BMG Rights Management GmbH (Berlin), das Künstler und Autoren wie die Scorpions, Die Prinzen, Nena, Geier Sturzflug oder Sally Oldfield unter Vertrag hat. Kurz darauf erwarb BMG die beiden US-Musikverlage Crosstown Songs und Cherry Lane (u.a. Songrechte von Elvis Presley, John Denver, Quincy Jones, Hans Zimmer). Mit der Übernahme der britischen Chrysalis Group (u.a. Blondie, David Bowie, Billy Idol), die sich nach dem Verkauf ihrer Tonträgersparte 1989/1991 an den EMI-Konzern auf das Musikverlagsgeschäft konzentriert hatte, stieg BMG 2010 zu einem der führenden globalen Musikrechteverwerter auf; das Geschäft mit den Song-Urheberrechten gilt als zuverlässigere Geldquelle als der Verkauf von Tonträgern. 2013 übernahm Bertelsmann auch die KKR-Anteile an BMG Rights Management. Zur gleichen Zeit erwarb BMG von Universal Music das britische Plattenlabel Sanctuary Records (Anthrax, Black Sabbath, Europe, Helloween, Iron Maiden, Megadeth, Uriah Heep, Venom).

Text: Toralf Czartowski

BMG Logo
BMG Logo
BMG Logo

Ehemalige Tochtergesellschaften, Marken, Beteiligungen (Auswahl)

Amiga Logo
Ariola Logo
Arista Records Logo
Hansa Musik Logo
Jive Logo
RCA Logo
Sony-BMG Logo
Zomba Logo
Letzte Änderung der Seite: 16.11.2020 | 22:31