Markenlexikon
August Bilstein (1847 – 1915) begann 1873 in Altenvoerde/Westfalen mit der Herstellung von Fensterbeschlägen unter der Marke Aubi. In den 1880er Jahren kamen Produkte wie Baubeschläge und Schraubzwingen hinzu. Hans Bilstein (1894 – 1970), der das Unternehmen nach dem Tod seines Vaters weiterführte, erwarb 1930 die Berliner Hebezeugfabrik Levator, die Krananlagen und Wagenheber herstellte. Kurz darauf begann Bilstein mit der Produktion von verchromten Stoßstangen. 1938 erwarb Bilstein im Zuge der Arisierungen zwei österreichische Maschinenfabriken in Atzgersdorf (Atzgersdorfer Maschinenfabrik F. Steiner) und Wien (Rudolf Robitschek), die ähnliche Produkte herstellten.
1954 entwickelte Bilstein den ersten serienreifen Einrohr-Gasdruckstoßdämpfer nach einem von dem französischen Ingenieur Bourcier de Carbon entwickelten Prinzip. Die Bilstein-Stoßdämpfer wurden ab 1957 in Serienfahrzeugen von Mercedes-Benz verbaut. Porsche setzte sie ab 1961 in Rennwagen ein und ab 1965 auch in Seriensportwagen. Als weitere Nutzer kamen Alfa-Romeo und BMW hinzu. Die internationale Expansion begann 1973 mit der Gründung einer Tochtergesellschaft in Kalifornien (San Diego).
1988 wurde das Unternehmen von dem Dortmunder Stahl-, Maschinen- und Anlagenbaukonzern Hoesch übernommen. Nach dem Zusammenschluss von Krupp und Hoesch (1992) stellte Bilstein die Kranproduktion ein. Die Fusion von Thyssen und Krupp (1998) führte zum neuen Firmennamen ThyssenKrupp Bilstein. Produktionsstätten gibt es in China (Shanghai), Deutschland (Ennepetal, Mandern), England (Leicester), Mexiko (San Miguel de Allende), Rumänien (Sibiu) und den USA (Hamilton/Ohio, Poway/California).
Text: Toralf Czartowski