Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Bell Records

Ursprungsland: USA

Der New Yorker Buchverlag Pocket Books rief 1954 die Plattenfirma Bell Records ins Leben, die sich auf die Veröffentlichung von Pop-Musik spezialisierte – lediglich die Sublabels Mala (ab 1959) und Amy (ab 1960) brachten auch Rock 'n' Roll- bzw. Rhythm & Blues-Musik auf den Markt. Als Ende der 1950er Jahre in den USA niemand mehr seichte Pop-Musik hören wollte, war Bell am Ende. Zwischen 1961 und 1964 übernahm Lawrence Uttal (1921 – 1993), der Besitzer von Madison Records, die drei Labels Bell, Mala und Amy.

1964 beteiligte sich die Filmgesellschaft Columbia Pictures, der auch die beiden Labels Colpix und Colgems (Columbia-Screen Gems) gehörten, an Bell Records. Zu dieser Zeit wandte sich Bell der Soul-Musik zu, und um 1970 landete das Label wieder da, wo es angefangen hatte, bei der Pop-Musik. Nun allerdings mit sehr viel mehr Erfolg. Die Bay City Rollers, Barry Manilow, David Cassidy, die Drifters, Fifth Dimension, Gary Glitter, Terry Jacks und Tony Orlando & Dawn waren die Stars jener Tage.

1974 verließ Uttal Bell Records und verkaufte seine restlichen Anteile. Im gleichen Jahr wurde der frühere Anwalt Clive Jay Davis Präsident von Bell Records. Davis war von 1967 bis 1973 Chef der CBS-Tochtergesellschaft Columbia Records gewesen und in dieser Zeit hatte er Columbia Records zum führenden US-Musikkonzern aufgebaut. 1973 war er jedoch entlassen worden, weil er Firmengelder veruntreut und jährlich Millionen Dollar für Bestechungszwecke ausgegeben haben soll. Da Firmenmanager – wie auch Politiker – nie tief fallen, wenn sie Mist gebaut haben, wurde Davis zunächst Berater der Filmgesellschaft Columbia Pictures.

Davis baute Bell Records vollkommen um, was 1974 auch zu einem neuen Namen führte: Arista Records (nach dem griechischen Wort »aristos« = das Beste). Arista übernahm teilweise die Bell-Künstler (Barry Manilow, Bay City Rollers, Melissa Manchester) und baute mit Dionne Warwick, Eric Carmen, Whitney Houston und Alan Parsons Project neue Stars auf.

Text: Toralf Czartowski