Markenlexikon

Branche: Musikindustrie

Asylum Records

USA

David Lawrence Geffen (* 1943) und Elliot Roberts (* 1943) arbeiteten in den 1960er Jahren bei der Künstleragentur William Morris Agency in Beverly Hills, bevor sie sich mit einer eigenen Agentur selbstständig machten (Lookout Management). Lookout betreute u.a. Laura Nyro, Crosby, Stills and Nash, Joni Mitchel und Jackson Browne. Da sie für Jackson Browne keine Plattenfirma finden konnten, riet ihm Atlantic-Gründer Ahmet Ertegun dazu, eine eigene zu gründen. So entstand 1970 Asylum Records – sozusagen als Zufluchtsort (engl. Asylum) für »obdachlose« Musiker (ohne Vertrag), die noch keine Unterkunft (Plattenfirma) gefunden hatten. Die Atlantic Recording Corporation, damals schon eine Tochtergesellschaft des Warner-Konzerns, übernahm den Vertrieb der Asylum-Platten.

Schon kurz nach der Gründung nahm Asylum Linda Ronstadt, Joni Mitchell, Tom Waits, Steve Goodman und Glenn Frey unter Vertrag, der daraufhin gemeinsam mit Don Henley, Bernie Leadon und Randy Meisner The Eagles gründete.

1973 verkauften Geffen und Roberts Asylum an den Medienkonzern Warner Communications (Atlantic Records, Elektra Records, Warner Bros., WEA), der das Label Asylum mit Elektra zusammenschloss (Elektra/Asylum Records); beide wurden dadurch zu Großaktionären des Warner-Konzerns. Geffen blieb bis 1975 Chef von Elektra/Asylum Records, dann wechselte er in Führungsetage von Warner Bros. Records. 1976 nahm Elektra/Asylum Bob Dylan unter Vertrag, der für Asylum allerdings nur zwei Alben produzierte, bevor er zu seiner ursprünglichen Plattenfirma CBS/Columbia Records zurückkehrte. Etwa zur gleichen Zeit startete Warren Zevon durch Vermittlung von Jackson Browne seine Karriere bei Asylum. Die größten Stars neben Jackson Browne waren jedoch The Eagles, die bis zu ihrer Auflösung 1980 sieben Alben bei Asylum veröffentlichten, u.a. das Platinalbum »Hotel California« (1976).

In den 1980er Jahren wurde das Label Asylum immer seltener verwendet und 1989 kam es zur Umbenennung von Elektra/Asylum Records in Elektra Entertainment. 1992 reaktivierte Elektra Entertainment Asylum für einige Jahre als reines Country-Label.

2003 verkaufte der Mutterkonzern Time-Warner die Warner-Musiksparte – seit 1990 Warner Music – an eine Investorengruppe, die das Unternehmen in Warner Music Group Corporation (New York) umfirmierte.

Asylum wurde 2004 erneut reaktiviert. Zunächst übernahmen Warner Bros. Records und die Atlantic Records Group (u.a. Atlantic Records, Atco Records, East West Records, Elektra Records) den Vertrieb. Von 2006 bis 2009 gehörte das Label zur Independent Label Group (Asylum Records, Cordless Recordings, East West Records, Rykodisc), von 2009 bis 2013 zu Warner Bros. Records und seit 2013 zu Atlantic Records UK.

David Geffen gründete 1980 eine weitere Plattenfirma (Geffen Records), außerdem 1994 die Filmproduktionsfirma DreamWorks SKG (gemeinsam mit Steven Spielberg und Jeffrey Katzenberg).

Text: Toralf Czartowski

Asylum Records Logo
Asylum Records Logo
Asylum Records Logo
Letzte Änderung der Seite: 17.03.2020 | 23:25