Markenlexikon

Branche: Alkoholika

Asbach Uralt

Deutschland

Dem Kaufmann und Destillateur Hugo Johann Asbach (1868 – 1935), der 1892 zusammen mit seinem Schwager Franz Boltendahl in Rüdesheim am Rhein eine Cognac-Destille eröffnete, verdanken wir nicht nur den gleichnamigen Schnaps, sondern auch die Bezeichnung Weinbrand, die Weinbrandbohne und einen der langlebigsten deutschen Werbeslogans. Anfangs verwendete man für die Produkte des Unternehmens den Namen Rüdesheimer Cognac. Das Wort »Weinbrand« benutzte Asbach zum ersten Mal 1902, damals noch in der Form »Cognac-Weinbrand«.

1907 ließ der Gründer den Namen Asbach Uralt als erste deutsche Weinbrand-Marke beim Kaiserlichen Patentamt schützen. Als der Versailler Vertrag 1919 den deutschen Weinbrennern die Bezeichnung »Cognac« verbot (weil sie nicht in der französischen Stadt Cognac hergestellt wurden), ging der Begriff »Weinbrand« in den allgemeinen Sprachgebrauch über und fand Eingang in das deutsche Weingesetz (1923).

1924 führte Asbach die Weinbrandbohnen ein, die zunächst hauptsächlich für Frauen gedacht waren, da es in den 1920er Jahren als unschicklich galt, wenn Frauen Alkohol tranken. Von 1943 bis 12950 ruhte die Produktion infolge des 2. Weltkriegs. 1959 verwendete die Firma für ihr bekanntestes Produkt, den Asbach Uralt, erstmals den berühmten Werbeslogan »Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert«. Daneben gab es seit 1937 den Slogan »Im Asbach Uralt ist der Geist des Weines«.

1991 ging Asbach in den Besitz des britischen Bier- und Spirituosenkonzerns Guinness über, der seit 1997 unter dem Namen Diageo firmiert. 1999 verkaufte Diageo die Firma zu je 50 Prozent an die niederländische Likör-Destille Bols und den deutschen Kräuter-Hersteller Underberg. 2000 wurde Bols von dem französischen Spirituosenkonzern Rémy-Cointreau (Cointreau, Rémy Martin) übernommen, der die Asbach GmbH 2002 ganz an Underberg verkaufte.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 08.04.2020 | 12:06