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Im Jahr 1962 gründeten Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Schweden, die Schweiz und Spanien die Weltraumforschungsorganisation European Space Research Organisation (ESRO), die zunächst nur wissenschaftliche Satelliten entwickelte und baute, die von den USA aus in eine Umlaufbahn gebracht wurden. Um die Satelliten in Zukunft auch selbst in den Orbit befördern zu können, riefen Belgien, Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande sowie Australien (wegen des Raketenstartplatzes in Woomera) 1964 in London die European Launcher Development Organisation (ELDO) ins Leben. Ziel war die Entwicklung einer kommerziellen Trägerrakete mit dem Namen Europa.

Gleichzeitig begann Frankreich in seiner Kolonie Französisch-Guyana das Weltraumzentrum Kourou zu errichten. Durch die günstige Lage nur 500 Kilometer vom Äquator entfernt, verleiht die Erdrotation startenden Raketen eine zusätzliche Geschwindigkeit von rund 500 m/s. Zudem können Satelliten einfacher in eine Umlaufbahn gebracht werden.

Die in Großbritannien, Frankreich und Deutschland gebaute Europa 1 startete am 5. Juni 1964 von Woomera aus zu ihrem ersten Flug. Insgesamt fanden bis 1970 zehn Starts statt, einige schlugen jedoch fehl. Die vergrößerte Europa 2 (vier anstatt drei Stufen), die 1971 erstmals von Kourou aus starten sollte, schaffte überhaupt keinen Start.

1973 stellte die ELDO ihre Tätigkeit ein und übertrug ihre Aufgabe an die ESRO. Zur gleichen Zeit begannen die Arbeiten an der Ariane 1, die nach der griechischen Sagengestalt Ariadne benannt worden war. Als Basis diente die Europa 3, die seit 1966 in Frankreich entwickelt worden war. 1975 entstand die European Space Agency (ESA) mit Sitz in Paris, die fortan alle europäischen Weltraumaktivitäten koordinierte und finanzierte.

Am Bau der Ariane 1 waren zahlreiche europäische Firmen beteiligt, u.a. Aérospatiale (heute Airbus Group), Matra (heute Airbus Group), SEP (heute Safran), Air Liquide, MBB/ERNO (heute Airbus Group), GEC/Marconi (heute Ericsson), Oerlikon Contraves (heute Rheinmetall Air Defence) und MAN Technologie (heute MT Aerospace). Der erste Start fand am 24. Dezember 1979 in Kourou statt. Weitere Varianten dieses Raketentyps sind die Ariane 3 (Erstflug 1984), die Ariane 2 (Erstflug 1987), die Ariane 4 (Erstflug 1988) und die Ariane 5 (Erstflug 1997).

1980 wurde die Gesellschaft Arianespace S.A. (Évry) ins Leben gerufen, die die Finanzierung, die Produktion, die Vermarktung und den Start der Ariane-Raketen übernahm. Produziert werden die Einzelteile der Rakete von verschiedenen Unternehmen (Avio, Alcatel, Clemmessy, EADS, GTD, MT Aerospace, RUAG Space, Snecma, Thales-Alenia Space, Techspace Aero) in mehreren europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien).

Mit der Entwicklung der Ariane 6 wurde das 2015 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Airbus Safran Launchers (seit 2017 ArianeGroup) beauftragt. Hinter der ArianeGroup SAS (Issy-les-Moulineaux) stehen der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus Group und die französische Safran S.A. (Paris), ein Technologiekonzern, der 2005 aus dem Zusammenschluss des Triebwerksherstellers SNECMA und der Sagem S.A. (Kommunikationstechnik, Militärelektronik, Sicherheitssysteme) entstanden war.

Der größte Anteilseigner der Arianespace S.A. ist heute die ArianeGroup, die 2015 auch den Anteil der Raumfahrtbehörde CNES übernommen hat. Weitere Aktionäre sind u.a. die Unternehmen MT Aerospace AG (Deutschland), Avio S.p.A. (Italien), S.A.B.C.A. (Belgien), RUAG Schweiz AG, Thales Alenia Space Belgium, GKN Aerospace Sweden AB, Airbus Defence and Space S.A. (Spanien) und Airbus Defence and Space B.V. (Niederlande).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 26.02.2019 | 00:37