Markenlexikon

Branche: Stahl

ArcelorMittal

Luxemburg

ARBED, USINOR, SACILOR: Seit dem frühen 18. Jahrhundert galt das Eisenerzrevier im Dreiländereck von Frankreich (Elsass-Lothringen/Alsace-Lorraine), Luxemburg (Eich, Dudelange) und Belgien (Lüttich) als das Zentrum des europäischen Eisenerzbergbaus und der Stahlindustrie. Hier entstanden Unternehmen wie Cockerill in Seraing/Lüttich (1807), Les Forges d'Eich, Le Gallais, Metz et Cie. (1838), La Société Anonyme des Mines du Luxembourg et Forges de Sarrebruck (1856), Wendel & Cie. (1880), La Société Anonyme des Hauts Forneaux et Forges de Dudelange (1882), Rombacher Hüttenwerke/Société des Forges de Rombas (1888), ARBED Aciéries Réunies de Burbach-Eich-Dudelange (1911), USINOR Union Sidérurgique du Nord de la France (1948), SOLLAC Société Lorraine de Laminage Continu (1949), SIDELOR Union Sidérurgique Lorraine (1950), SIDMAR Sidérurgie Maritime/Sidmar Ghent (1962) und SACILOR Société des Aciéries Loraines (1964).

USINOR-SACILOR, COCKERILL-SAMBRE, EKO: 1981 wurde die französische Stahlindustrie verstaatlicht und fünf Jahre später größtenteils zur Gruppe Usinor-Sacilor zusammengeschlossen. 1991 übernahm Usinor-Sacilor den Stahlbereich des Aluminiumkonzerns Pechiney (Ugine Aciers). 1995 wurde Usinor-Sacilor wieder reprivatisiert und zwei Jahre später in Usinor S.A. umbenannt. 1999 erwarb Usinor den belgischen Stahlkonzern Cockerill-Sambre S.A., inkl. der zwischen 1994 und 1999 übernommenen ostdeutschen EKO Stahl AG in Eisenhüttenstadt; das frühere Eisenhütten-Kombinat Ost (gegründet 1951) war der größte Stahlhersteller der DDR gewesen.

ARBED, ACERALIA, ARCELOR: 2001 schlossen sich Arbed (Luxemburg), Aceralia Corporacion Siderurgica S.A. (Spanien) und Usinor S.A. (Frankreich) zum neuen Unternehmen Arcelor S.A. (ARbed, ACEraLia, UsinOR) zusammen. Der erst 1997 entstandene spanische Stahlhersteller Aceralia geht auf die 1902 in Bilbao gegründete Eisenhütte Altos Hornos de Vizcaya und die 1950 gegründete Gesellschaft Empresa Nacional Siderúrgica (ENSIDESA) zurück.

ARCELOR-MITTAL: Nachdem sich das Arcelor-Management und die Aktionäre monatelang gegen eine Übernahme gewehrt hatten, wurde Arcelor Mitte 2006 von der aus aktienrechtlichen Gründen in den Niederlanden regstrierten Mittal Steel Company übernommen.

MITTAL STEEL: Mittal Steel war 2004/2005 durch den Zusammenschluss der Unternehmen Ispat International N.V. (gegründet 1995 von Lakshmi Narayan Mittal), LNM Holdings N.V. (ebenfalls im Besitz der Mittal-Familie) und International Steel Group Inc. (ISG) entstanden. Mittals Vater Mohan hatte 1971 eine kleine Stahlschmelze in Kalkutta erworben und später weitere Stahlwerke in Indonesien (1976), auf Trinidad und Tobago (1989), in Deutschland (1995; Hamburger Stahlwerke), Kasachstan (1995; Karmet), den USA (1998; Inland Steel), Polen (2004) und Mazedonien (2004) dazugekauft. Die ISG war 2002 von dem Finanzier Wilbur Ross als Auffanggesellschaft für die bankrotten US-Stahlhersteller LTV, Acme Metal, Bethlehem Steel, Weirton Steel und Georgetown Steel gegründet worden.

ArcelorMittal mit Sitz in Luxemburg ist nun neben Nippon Steel (Japan), Posco (Südkorea), JFE Holdings (Japan), Tata Steel (Indien) und U.S. Steel (USA) einer der weltweit führenden Stahlhersteller. Produktionsstandorte gibt es in 18 Ländern (Algerien, Bosnien und Herzegowina, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Indonesien, Kanada, Kasachstan, Mazedonien, Mexiko, Polen, Rumänien, Südafrika, Trinidad und Tobago, Tschechien, Ukraine, USA).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 08.04.2020 | 11:55