Markenlexikon
Die Familie von Michel Reybier (* 1945) stellte seit Jahrzehnten Käse her. Er selbst begann im Alter von einundzwanzig Jahren damit, kleine und finanziell angeschlagene Käse- und Wurstwarengeschäfte in Lyon aufzukaufen. Nachdem er im Alter von neunundzwanzig Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, verkaufte er diese Läden wieder. Schon bald darauf investierte er in eine Süßwarenfabrik.
1976 gründete er in dem kleinen Ort Aoste am Fuß der französischen Alpen die Firma Aoste, die sich auf die Herstellung von luftgetrockneten Wurstwaren (Schinken, Salami) spezialisierte. 1978 und 1983 folgten mit Justin Bridou und Bâton de Berger noch zwei weitere Wurstwarenhersteller. 1994 verunglückte Reybier mit einem Geschäftreiseflugzeug, überlebte den Absturz aber als einziger. Zwei Jahre später verkaufte er das Wurstwarengeschäft an den US-Konsumgüterkonzern Sara Lee. Reybier, der zu den reichsten Franzosen gehört, investierte sein Geld anschließend in andere Branchen (Hotels, Medizin, Weinanbau).
2006 verkaufte Sara Lee seine europäische Wurstwarensparte, Sara Lee Foods Europe, an Smithfield Foods, einen der führenden Schweinefleischproduzenten der USA. Smithfield Foods schloss seine europäische Tochtergesellschaft Groupe Smithfield 2008 mit dem spanischen Fleischkonzern Campofrío Alimentación zur Campofrío Food Group zusammen, der nun die Marke Aoste gehört.
Text: Toralf Czartowski