Markenlexikon

Branche: Aluminium

Alcan

Kanada

Der Amerikaner Charles Martin Hall (1863 – 1914) und der französische Chemiker Paul-Louis Toussaint Héroult (1863 – 1914) entwickelten 1886 unabhängig voneinander ein elektrolytisches Verfahren, mit dem aus Bauxit reines Aluminium gewonnen werden konnte. Damit begann die industrielle Erzeugung von Aluminium.

ALCOA, ALCAN: Um seine Erfindung industriell auswerten zu können, gründete Hall 1888 gemeinsam mit mehreren Finanziers in Pittsburgh/Pennsylvania die Pittsburgh Reduction Company, die spätere Aluminum Company of America (Alcoa) . 1902 entstand in Kanada die Tochtergesellschaft Northern Aluminum Company, die ab 1924 als Aluminum Company of Canada (Alcan) firmierte. Bereits 1928 trennte sich Alcoa jedoch wieder von all seinen ausländischen Beteiligungen, wodurch Alcan ein selbstständiges Unternehmen wurde. Noch vor Beginn des 2. Weltkriegs dehnte Alcan seine Aktivitäten nach Europa aus – vor allem nach Großbritannien, aber auch nach Indien, Australien, China und Japan. 1985 erwarb Alcan das Aluminiumgeschäft der US-Ölgesellschaft Atlantic-Richfield Company (ARCO Aluminum) und kehrte damit wieder in das Reich des ehemaligen Mutterkonzerns Alcoa zurück. Die ARCO-Aluminiumaktivtäten gehen auf den Bergbaukonzern Anaconda Copper Mining Company aus Montana zurück, den Atlantic-Richfield 1977 übernommen hatte.

ALGROUP: 2000 erwarb Alcan die Schweizer Algroup, die 1888 von Gustave Naville, Georg Neher und Peter Emil Huber sowie dem französischen Chemiker Paul-Louis Toussaint Héroult, dem zweiten Erfinder der Aluminiumelektrolyse, in Zürich als Aluminium Industrie AG (AIAG) gegründet worden war. Die AIAG errichtete daraufhin in Neuhausen am Rheinfall die erste europäische Aluminiumelektrolyse-Fabrik. 1963 benannte sich die AIAG in Alusuisse Schweizerische Aluminium AG (Alusuisse Aluminium Suisse S.A.) um. 1974 schloss sich Alusuisse mit dem Baseler Chemieunternehmen Lonza AG zusammen (Alusuisse-Lonza; ab 1998 Algroup).

PECHINEY: 2003 übernahm Alcan den franzöischen Aluminium-Konzern Pechiney. Das 1855 von Henry Merle in Salindres gründete Unternehmen (Henry Merle et Cie.) hatte zunächst Soda, Salz, Kalkstein und Schwefelsäure produziert. 1860 nahm man die Produktion von Aluminium auf. 1877 wurde der Chemiker Alfred Rangod Pechiney Chef des Unternehmens und 1879, zwei Jahre nach dem Tod des Gründers, erfolgte die Umfirmierung in A.R. Pechiney et Cie. 1971 übernahm Pechiney das Chemieunternehmen Ugine-Kuhlmann. Die Geschäftsfelder Chemie, Stahl und Kupfer wurden 1983 jedoch wieder ausgegliedert. Von 1983 und 1995 war Pechiney ein Staatsunternehmen.

RIO TINTO: 2007 wurde Alcan von dem britisch-australischen Rohstoff-Konzern Rio Tinto übernommen.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 08.04.2020 | 10:45