Markenlexikon

Aeroflot

Russland

Die frühere nationale russische Fluggesellschaft, die 1923 unter dem Namen Dobrolet gegründet wurde und seit 1932 Aeroflot (russ. Luftflotte) heißt, war anfangs lediglich im Inland tätig, was bei der Größe des Landes auch nicht unbedingt verwundert. Die ersten Flugzeuge der neuen Airline waren 15 Junkers F13, später kamen noch mehrere Tupolev ANT-9 dazu. Zu den frühen Aktionären der staatlichen Aktiengesellschaft gehörte auch Lenin. Die Abwicklung des Flugverkehrs zwischen der Sowjetunion und Deutschland übernahm die 1921 gegründete Gesellschaft Deruluft, an der der russische Staat und die deutsche Aero-Union AG, die spätere Lufthansa, zu je 50 Prozent beteiligt waren.

Der Aufbau eines internationalen Streckennetzes begann 1958. Der erste Transatlantikflug fand 1963 statt. Bis 1962 gliederte man sämtliche Fluggesellschaften, die auf dem Gebiet der Sowjetunion tätig waren, in die Aeroflot ein und 1967 war sie die größte Fluggesellschaft der Welt. Im Dezember 1975 setzte die Aeroflot als erste Fluggesellschaft der Welt ein überschallschnelles Verkehrsflugzeug im Liniendienst ein (Tupolev Tu-144). Ende der 1980er Jahre besaß die Aeroflot 11.000 Flugzeuge und Hubschrauber und hatte über 600.000 Angestellte, was daran lag, dass das Staatsunternehmen auch den zivilen Flugverkehr der sowjetischen Luftstreitkräfte abwickelte.

1992 wurde das Unternehmen in eine staatliche Aktiengesellschaft umgewandelt, die heute vor allem internationale Routen befliegt. Der russische Staat besitzt noch 51 Prozent der Aeroflot-Anteile. Seit 2006 ist Aeroflot Mitglied der 1999 gegründeten internationalen Luftfahrtallianz SkyTeam (Aeroflot, AeroMéxico, Air France, Alitalia, China Southern Airlines, Continental Airlines, CSA Czech Airlines, Delta Air Lines, KLM, Korean Air, Malév Hungarian Airlines).

2013 gründete Aeroflot eine Billigfluggesellschaft unter dem alten Namen Dobrolet, die den Betrieb jedoch bereits 2014 wieder einstellte. Grund dafür waren u.a. EU-Sanktionen gegenüber Russland (wegen der Besetzung der Krim), sodass die irische Leasinggesellschaft SMBC Aviation Capital (Besitzer zweier von Dobrolet genutzten Boeing 737-800) und Lufthansa Technik (Wartung der Dobrolet Flotte) von ihren Verträgen zurücktreten mussten. Dafür rief Aeroflot kurz darauf die neue Airline Pobeda ins Leben, die den Flugbetrieb im Dezember 2014 zwischen Moskau und Wolgograd aufnahm.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 07.04.2020 | 10:38