Markenlexikon

Adtranz

Deutschland

Die ABB-Daimler-Benz Transportation GmbH (Adtranz) entstand 1996 durch den Zusammenschluss der Schienenfahrzeug-Aktivitäten der Elektrokonzerne ABB (ABB-Henschel AG Mannheim, Henschel Kassel, MFO Maschinenfabrik Oerlikon Zürich, Waggon Union Berlin/Netphen) und AEG (AEG Schienenfahrzeuge GmbH Hennigsdorf, AEG Westinghouse Transport-Systeme Berlin/Pittsburgh, MAN Gutehoffnungshütte Schienenverkehrstechnik Nürnberg). Das Werk Henningsdorf war von 1911 bis 1918 von der AEG errichtet worden, dann aber nach dem Ende des 2. Weltkriegs verstaatlicht worden. 1992 erwarb die AEG das Werk zurück. Die 1990 gegründete ABB-Henschel AG (ABB Verkehrssysteme + Thyssen-Henschel) betrieb das traditionsreiche Lokomotiven-Werk in Kassel, das auf die 1810 gegründete Firma Henschel & Sohn (ab 1957 Henschel-Werke, ab 1965 Rheinstahl-Henschel, ab 1976 Thyssen Henschel) zurückgeht. Nachdem die AEG-Mutter Daimler-Benz (ab 1998 DaimlerChrysler) alle Adtranz-Anteile von ABB übernommen hatte, wurde Adtranz 1999 in DaimlerChrysler Rail Systems umbenannt und 2001 mit den Werken in Berlin, Henningsdorf, Kassel, Mannheim, Netphen und Nürnberg an Bombardier Transportation verkauft. Die Produktion in der Schweiz, in dem früheren Schindler-Werk in Pratteln, das Adtranz 1997 übernommen hatte, und im MFO-Werk in Zürich-Oerlikon war bereits 1999 eingestellt worden.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 12.04.2020 | 23:11