Markenlexikon

ZF

Deutschland

Die Zahnradfabrik Friedrichshafen GmbH wurde 1915 von der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und der Max Maag Zahnräderfabrik Zürich gegründet, um Zahnräder und Getriebe für Luftschiffe, Flugzeuge und Schiffe herzustellen. Als die Allierten Deutschland nach dem 1. Weltkrieg den Bau von Flugzeugen verboten hatten, stellte man die Produktion auf Automobilgetriebe um. Von 1928 bis 1938 lieferte ZF auch wieder Komponenten für die Zeppelin-Luftschiffe. Während des 2. Weltkriegs fertigte ZF hauptsächlich Panzergetriebe. Im April 1944 wurde das Stammwerk in Friedrichshafen durch Bombenangriffe fast vollständig zerstört. 1947 kam die Zeppelin-Stiftung, der das 1921 in Zahnradfabrik Friedrichshafen AG umbenannte Unternehmen gehörte, unter die Kontrolle der Stadt Friedrichshafen. 1950 wurde die Aktionärsstruktur neu geordnet: die Zeppelin-Stiftung hielt 89,8 Prozent, Gräfin Brandenstein-Zeppelin 6,2 Prozent und die Maag Zahnräder und Maschinen AG 4 Prozent (Maag verkaufte diesen Anteil 1989). Fortan wurden wieder Lenkungen, Getriebe und Achsen für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie hergestellt. 1992 benannte sich das Unternehmen in ZF Friedrichshafen AG um. 1999 gründeten die ZF Friedrichshafen AG und die Robert Bosch GmbH das Jointventure ZF Lenksysteme GmbH (Schwäbisch-Gmünd). 2001 erwarb ZF im Rahmen der Atecs-Mannesmann-Aufteilung die Mannesmann Sachs-AG Schweinfurt (Stoßdämpfer, Kupplungen), die daraufhin in ZF-Sachs AG umbenannt wurde. 2014 erwarb ZF den US-Autozulieferer TRW Automotive Inc. aus Livonia/Michigan, der vor allem elektronische Sicherheitssysteme produziert. TRW Automotive war 2002 durch die Aufteilung des Rüstungs- und Technologiekonzerns TRW Inc. (Thompson Ramo Wooldridge) in eine Rüstungssparte (die von Northrop-Grumman übernommen wurde) und eine Automobilsparte. Der Anteil an ZF Lenksysteme wurde daraufhin an Bosch abgegeben.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:55