Markenlexikon

Weight Watchers

USA

Die Vereinigten Staaten sind bei vielen Dingen in der Welt Vorreiter, auch was das Gewicht ihrer Bewohner angeht. Wer am Strand von Miami Beach schlanke Leute sehen will, muss schon etwas Geduld mitbringen. Dank Fastfood, Cola, Popcorn und Mammut-Portionen gehören die Amerikaner zu den dicksten Menschen der Welt. Dieses Problem kannte auch die übergewichtige New Yorker Hausfrau Jean Nidetch (* 1923). Trotz zahlreicher Hungerkuren und einem längeren Aufenthalt in einer Spezialklinik für Übergewichtige kamen die Pfunde immer wieder zurück.

Noch während ihres Klinikaufenthaltes beschloss sie daher, mit einigen ihrer Freundinnen, die ebenfalls mit ihrem Gewicht zu kämpfen hatten, eine Art Selbsthilfe-Club zu gründen. Die ersten Treffen fanden in ihrer Wohnung statt. Hier konnte man sich nun gemeinsam Mut machen und dem anderen gegebenenfalls auf die Finger klopfen, wenn das »Fleisch« mal wieder schwach wurde. Nachdem sich diese Treffen als sehr wirkungsvoll erwiesen hatten, gründete die bereits um rund zehn Kilogramm erleichterte Jean Nidetch 1963 die Firma Weight Watchers (engl. Gewichtsaufpasser), die bald überall im Land Diät-Clubs organisierte, wo die Abnahmewilligen gegen Gebühr Erfahrungen austauschen und ihre Erfolge überprüfen konnten. Gruppenleiterinnen, die ihr Wunschgewicht bereits erreicht hatten, sorgten für die nötige Motivation. 1968 hatte Weight Watchers bereits 750.000 Mitglieder. In Deutschland gründeten Irmgard und Walter Mayer 1970 eine deutsche Weight-Watchers-Niederlassung.

Die Gewichtsreduzierung kommt – neben allgemeinen Ernährungs- und Gesundheitsweisheiten (Bewegung, viel Obst und Gemüse, ausreichende Flüssigkeitszufuhr) – durch ein Punktesystem zustande. Dabei werden jedem Lebensmittel Punkte zugeteilt, die sich aus dem jeweiligen physiologischen Brennwert (Kilokalorien bzw. Kilojoule) und dem Fettgehalt (in manchen Ländern werden auch Ballaststoffe und gesättigte Fettsäuren zur Berechnung hinzugezogen) errechnen. Vieviel Punkte jemand pro Tag verzehren darf, ergibt sich aus Geschlecht, Alter, Größe, körperlicher Aktivität, momentanem Gewicht und dem gewünschten Zielgewicht. Das Weight-Watchers-Programm kann man inzwischen auch von zu Hause aus absolvieren (die Unterlagen werden gegen Gebühr per Post oder E-Mail übersandt) oder mit Hilfe eines Computer-Programms.

1978 verkaufte Jean Nidetch das Unternehmen an den Nahrungsmittelkonzern Heinz, der nun auch mit der Produktion von Weight-Watchers-Nahrungsmitteln und -Kochbüchern begann. 1999 wurde Weight Watchers International von der Luxemburger Investmentgesellschaft Artal Luxembourg übernommen, die das Unternehmen im November 2001 an die Börse brachte (Weight Watchers International New York). Für den Einzelhandel werden die Nahrungsmittel weiterhin von Heinz und anderen Unterehmen wie Aoste (Wurstwaren), Trend Meal (Fertiggerichte) oder Heinrich Kühlmann (Brotaufstriche, Feinkostsalate) in Lizenz hergestellt.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:55