Markenlexikon

Wasa

Schweden

Das, was wir heute als Knäckebrot bezeichnen, kannten schon die alten Ägypter. Ein derartiges Rezept befindet sich im Besitz des Ägyptischen Museums in Kairo. Den Namen Knäckebrot (schwed. Knäckebröd) erfanden allerdings erst die Schweden im frühen 19. Jahrhundert. Dort wurde dieses trockene, knusprige und damit sehr haltbare Weizenbrot in jedem Haushalt selbst gebacken, um genügend Proviant für die langen Wintermonate zu haben. Nach dem Backen steckte man die runden flachen Brote mit einem Loch in der Mitte auf Stangen und hängte sie unter dem Dach zum Trocknen auf. Um davon zu essen, brach man es von den Stangen ab, was bei den Schweden »knäcka« genannt wird.

Erst um die Jahrhundertwende entstanden die ersten Bäckereien, die Knäckebrot in größerem Stil produzierten. Eine davon war die 1915 von dem Bäcker Karl Edvard Lundström (1887 – 1963) gegründete Bäckerei in Skellefteå (ab 1919 AB Skellefteå Spisbrödsfabrik, ab 1934 AB Wasa Spisbrödsfabrik, seit 1964 Wasabröd AB), die Knäckebrot unter dem Namen Wasa verkaufte. Namenspatron war der frühere schwedische König Gustav I. Wasa (1523 – 1560), der wegen seines Familienwappens, einer gebundenen Getreidegarbe (vase = altschwed. Garbe, Ähre), auch der Roggen-König genannt wurde. 1931 erwarb Wasa in Filipstad eine weitere Bäckerei, und in dieser Stadt hat die Firma noch heute ihren Sitz. 1950 exportierte Wasa sein Knäckebrot erstmals in andere europäische Länder und in die USA. 1967 entstand in Celle die erste Wasa-Fabrik außerhalb Schwedens. 1982 wurde die Wasabröd AB von dem Schweizer Pharmahersteller Sandoz (seit 1996 Novartis) übernommen, der die Firma 1998 an den italienischen Nudelhersteller Barilla weiterreichte.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:55