Markenlexikon

Versace

Italien

Giovanni (Gianni) Versace (1946 – 1997) studierte zunächst Architektur. Anschließend arbeitete er in der Schneiderei seiner Mutter Francesca als Stoffeinkäufer. Seine Karriere als Designer begann er 1972 beim Modehaus Callaghan, Genny & Complice in Mailand. Im März 1978 präsentierte er seine erste eigene Kollektion, ein Jahr später folgte eine Prêt-à-Porter-Kollektion, außerdem entstand 1978 in Mailand die erste Versace-Boutique. Den internationalen Durchbruch schaffte Gianni Versace mit farbenfrohen Stoffen, die mit griechischen, mythologisch angehauchten Motiven bedruckt waren – das Bildnis der Medusa, das häufig auf seinen Stoffen zu finden war, machte er zu seinem Markenzeichen.

Unter dem Namen Versace wurden bald auch Taschen, Schuhe, Schmuck, Uhren, Parfums Kosmetika, Möbel, Brillen, Geschirr, Fliesen sowie zahlreiche weitere Einrichtungs- und Dekorationsartikel vermarktet, die jedoch von anderen Firmen in Lizenz hergestellt werden (u.a. Euroitalia, Gardenia Orchidea, Luxottica, Rosenthal). Außerdem kreierte der Modemacher in den 1980er Jahren diverse Kostüme für internationale Theater-, Ballett- und Operaufführungen. Neben den Hauptlinien Atelier Versace (Couture-Damenmode) und Versace (Damen- und Herrenmode) gibt es noch weitere Kollektionen wie Versus (jugendliche Damenmode), Versace Collection (Konfektionsmode für Damen; wird in Lizenz von anderen Firmen gefertigt), VJC Versace (Sportswear) und Young Versace (Kinderkollektion). Seit 2000 betreibt Versace an der australischen Gold Coast, rund 80 Kilometer südlich von Brisbane, das Luxushotel Palazzo Versace.

Am 15. Juli 1997 wurde Gianni Versace im Alter von 50 Jahren von dem homosexuellen Callboy und fünffachen Mörder Andrew Cunanan vor seiner Villa in Miami Beach erschossen. Der Täter beging wenige Tage später Selbstmord. Die 1978 in Mailand gegründete Gianni Versace S.p.A. wurde daraufhin von seinem Bruder Santo (Geschäftsführung) und seiner Schwester Donatella (künstlerische Leitung) weitergeführt; Haupterbin war jedoch Donatellas Tochter Allegra. Verkauft werden die diversen Produkte weltweit in firmeneigenen Boutiquen, aber auch in Fremdgeschäften. Seit dem Tod des Gründers hat die Firma mit wenigen Ausnahmen nur noch rote Zahlen geschrieben.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54