Markenlexikon

UPS

USA

Eine brauchbare Version des Telefons hatte Alexander Graham Bell zwar schon 1876 entwickelt, doch es dauerte noch lange bis aus diesem Luxusgerät für einige wenige reiche Leute ein alltägliches Kommunikationsmittel wurde. Wichtige private oder geschäftliche Nachrichten mussten daher persönlich oder durch Boten übermittelt werden, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus unterwegs waren. Der damals 19-jährige James Casey (1888 – 1983) und sein Freund Claude Ryan waren solche frühen Fahrradkuriere.

1907 gründeten sie mit dem Geld eines Verwandten in Seattle die American Messenger Company. 1913 schloss sich die Firma mit McCabe's Motorcycle Delivery Service zum Merchants Delivery Service zusammen und kaufte gleichzeitig ihr erstes Auto, einen Ford T. Bald konnten sich auch Einzelhandelskunden ihre Einkäufe nach Hause liefern lassen. Bereits 1918 zählten drei der größten Warenhäuser der Stadt zu den Stammkunden. Zu dieser Zeit begann die Firma ihre Fahrzeuge in der noch heute üblichen dunkelbraunen Farbe, die den Pullman-Luxuswaggons nachempfunden war, zu lackieren. Mit der Übernahme des Paketzustelldienstes Oakland 1919 dehnte das Unternehmen sein Tätigkeitsfeld auf die gesamte amerikanische Pazifikküste aus. 1930 benannte sich die Firma in United Parcel Service (UPS) um und verlegte den Firmensitz nach New York.

1953 nahm UPS die Beförderung von Paketen per Luftfracht auf. Im gleichen Jahr bot die Firma ihre Dienste erstmals auch außerhalb der USA an (in Kanada). Die ständig wachsende private Motorisierung und neue Einkaufszentren mit riesigen Parkplätzen führten in den 1950er Jahren dazu, dass viele Kunden ihre Einkäufe selbst nach Hause fuhren und keine Zustelldienste mehr in Anspruch nahmen. Daher versuchte UPS eine Genehmigung zur Beförderung privater und gewerblicher Pakete in allen Bundesstaaten zu erhalten, was jedoch nur eingeschränkt möglich war. Denn genau wie in Europa besaß der Staat das Post-Monopol, und erst als die Nixon-Regierung 1970 eine umfassende Post-Reform durchgeführt hatte, konnte UPS 1975 einen Zustellservice von »Küste zu Küste« anbieten. Ein Jahr später expandierte das Unternehmen auch nach Europa. In den 1980er Jahren kamen dann immer mehr Niederlassungen in Süd- und Mittelamerika, Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien hinzu. Heute betreibt UPS ein internationales Netz für die Beförderung und Zustellung von Paketen und Dokumenten (1,3 Milliarden pro Jahr) in mehr als 200 Ländern.

Dem Unternehmen gehören über 155.000 Paketfahrzeuge, Transporter und Lastzüge sowie rund 220 Großraumflugzeuge. Seit 1991 befindet sich der Firmensitz in Atlanta/Georgia. Der Erwerb des niederländischen Paketdienstes TNT Express (17.000 Fahrzeuge, 40 Flugzeuge, 969 Depots, 55 Gateways) schlug 2013 am Einspruch der europäischen Kartellbehörden fehl.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54