Markenlexikon

United Airlines

USA

William Edward Boeing (1881 – 1956), der seit 1916 in Seattle eine eigene Flugzeugfirma betrieb, begann 1919 nach neuen Einsatzgebieten für seine Flugzeuge zu suchen und richtete auf der Strecke Seattle – Vancouver einen regelmäßigen Transportdienst für internationale Post ein. 1927 gründete er für die Luftpoststrecke Chicago – San Francisco die Frachtfluggesellschaft Boeing Air Transport und übernahm gleichzeitig die Firma Pacific Air Transport, die die Rechte an der Luftpostrecke Seattle – Los Angeles besaß. 1928 entstand die Holdinggesellschaft Boeing Airplane and Transport Corporation, die 1929 in United Aircraft and Transport Corporation (UATC) umbenannt wurde. Noch im Gründungsjahr übernahm die UATC weitere Firmen wie Chance Vought (Flugzeuge), Hamilton Aero Manufacturing (Propeller), Northrop (Flugzeuge), Pratt & Whitney (Flugzeugmotoren), Sikorsky (Hubschrauber), Standard Steel Propeller (Propeller), Stearman (Flugzeuge), Stout Air Services (Fluggesellschaft) sowie 1930 die Fluggesellschaften National Air Transport und Varney Air Lines. 1931 wurden alle UATC-Fluggesellschaften unter dem Namen United Air Lines zusammengeschlossen.

Um eine Monopolbildung zu verhindern, ordnete die US-Regierung 1934 an, den UATC-Konzern in die drei Unternehmen Boeing, United Aircraft (Chance Vought, Hamilton Standard, Pratt & Whitney, Sikorsky; ab 1975 United Technologies) und United Air Lines (Flugesellschaften) aufzuteilen. Durch die Übernahme der Capital Airlines 1961 wurde United Airlines für zwei Jahrzehnte die größte US-amerikanische und die weltweit zweitgrößte Fluggesellschaft nach der sowjetischen Aeroflot. 1968 entstand die Holdinggesellschaft UAL Corporation, die sich zwischenzeitlich auch an anderen Unternehmen beteiligte (u.a. 1970 Westin International Hotels, 1978 Mauna Kea Properties, 1979 Olohana Corporation Hawaii, 1985 Hertz Rent-A-Car); von 1987 bis 1988 firmierte UAL kurzzeitig unter dem Namen Allegis (Allegiance + Aegis). 1985 erwarb United Airlines von Pan American Airways mehrere Pazifik-Routen und 1991, als Pan Am Pleite machte, auch deren Südamerika-Strecken. 1990 kam mit Frankfurt am Main die erste europäische Verbindung hinzu. Von 1994 bis 2003 war United Air Lines das größte US-Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz seiner Mitarbeiter befand. 1997 gehörte United Airlines neben Lufthansa (Deutschland), Air Canada, SAS (Schweden, Dänemark, Norwegen) und Thai International Airways (Thailand) zu den Gründungsmitgliedern der internationalen Luftfahrtallianz Star Alliance.

Am 11. September 2001 flog eine von islamischen Terroristen entführte Boeing 767 der United Airlines um 9:03 Uhr Ortszeit in den Südturm des New Yorker World Trade Centers (17 Minuten zuvor war bereits eine Boeing 767 der American Airlines in den Nordturm eingeschlagen). Auch die entführte Boeing 757, die um 10.03 Uhr Ortszeit in der Nähe von Pittsburgh abstürzte, gehörte United Airlines. Infolge der Terroranschläge vom 11. September musste die United-Airlines-Muttergesellschaft UAL Corporation (Chicago) im Dezember 2002 als zweite große US-Fluggesellschaft nach US Airways (August 2002) Antrag auf Gläubigerschutz stellen. Der Flugbetrieb wurde jedoch aufrechterhalten. Im Dezember 2004 flog United Airlines als erste US-Fluggesellschaft nach dem Ende des Vietnam-Krieges 1975 wieder Ho Chi Minh City, das frühere Saigon, an. Anfang 2006 wurde der Gläubigerschutz aufgehoben, sodass die Fluggesellschaft nun wieder unter normalen Bedingungen operiert.

Das Unternehmen hieß bis 2010 offiziell United Air Lines Inc. (Chicago), nur der Markenname wurde zusammen geschrieben (United Airlines). 2010 schloss sich die United-Airlines-Muttergesellschaft UAL mit Continental Airlines Inc. aus Houston/Texas, der fünftgrößten Fluggesellschaft der Welt, zusammen; das neue Unternehmen United Continental Holdings Inc. mit Sitz in Chicago war bis zum Zusammenschluss von American Airlines und US Airways (2013) die größte Fluggesellschaft der Welt. Beide Airlines hatten bereits seit 2008 Fusionsgespräche geführt, zwischenzeitlich gab es auch Verhandlungen zwischen UAL und US Airways, die jedoch ergebnislos abgebrochen wurden. In der Öffentlichkeit tritt die Fluglinie unter dem Namen United sowie unter dem früheren Continental-Logo, der stilisierten Weltkugel, auf.

Continental Airlines war 1934 von Walter Thomas Varney (1888 – 1967) und Louis H. Mueller in Denver/Colorado als Varney Speed Lines gegründet worden; ab 1937 firmierte die Fluglinie als Continental Airlines. Varney hatte bereits 1925 eine der United-Airlines-Vorgängerfirmen gegründet (Varney Air Service). Wie viele andere US-Fluggesellschaften auch, flog Continental lange Zeit nur Ziele in Nordamerika, im Pazifikraum und in Asien an. Erst durch die Übernahme der Billig-Airline People Express bekam Continental 1987 Zugang zu europäischen Zielen (London-Gatwick). 1982 wurde der Firmensitz nach Housten verlegt. Zweimal stand Continental unter Gläubigerschutz, von 1983 bis 1986 und 1990.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54