Markenlexikon

Umbro

Großbritannien

Harold Charles Humphreys (1902 – 1974) arbeitete nach Beendigung der Schule zunächst als Lagerarbeiter bei einem lokalen Sportartikelhersteller in seiner Heimatstadt Wilmslow/Cheshire. Anschließend eröffnete er im Hotel seiner Eltern in Mobberley ein kleines Geschäft, das mit Textilien und Sportartikeln handelte. 1924 gründete er schließließlich gemeinsam mit seinem Bruder Wallace die Firma Humphreys Brothers, die unter dem Kürzel Umbro auftrat. Die erste Produktionsstätte war eine ehemalige Waschküche in Wilmslow.

Umbro konzentrierte sich von Anbeginn hauptsächlich auf die Produktion von Sportbekleidung für Fußballer, was dazu führte, dass die Firma im Laufe der Jahre zahlreiche englische Fußballclubs und die englische Nationalmannschaft mit ihren Produkten ausrüstete (Celtic Glasgow, Chelsea FC, Galatasaray Istanbul, Liverpool, Manchester United, Manchester City). Als 1966 die achte Fußball-Weltmeisterschaft in England stattfand, traten fünfzehn von sechzehn Mannschaften in Umbro-Shirts an, auch die englische, die sich zum ersten und bis heute letzten Mal den WM-Titel sichern konnte. Von 1954 bis 1994 versorgte Umbro die brasilianische Nationalmannschaft mit Fußballschuhen, Shirts und Hosen. In dieser Zeit wurden die Brasilianer viermal Weltmeister. In den 1970er Jahren belieferte Umbro auch zahlreiche Rugby-Teams.

1992 verkauften die Erben der Gründer das Unternehmen an die Stone Manufacturing Company, einen Bekleidungshersteller aus South Carolina. Nächster Eigentümer wurde 1999 die britische Investmentfirma Doughty Hanson & Co., die Umbro 2004 an die Londoner Börse brachte. Infolge der Übernahme durch Nike im Jahr 2008 verschwand Umbro wieder von der Börse. 2012 verkaufte Nike Umbro an die New Yorker Iconix Brand Group (Candie's, Lee Cooper, Material Girl, Starter, The Sharper Image, Truth or Dare by Madonna).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54